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Niederlage zu Saisonbeginn: Witze, die keinen Spaß machen

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Von: Daniel Schmitt

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Bedröppelte Verlierer: die Darmstädter Klaus Gjasula (links) und André Leipold.
Bedröppelte Verlierer: die Darmstädter Klaus Gjasula (links) und André Leipold. © dpa

Darmstadt 98 verliert den Saisonauftakt, weil eben „nicht immer das bessere Team gewinnt“. Die Spieler hadern vor allem mit dem ersten Gegentor.

Diese Leistung will auch erstmal vollbracht werden, ein Gegentor nach nur 17 absolvierten Sekunden, am ersten Spieltag der Saison, nach eigenem (!) Anstoß. Chapeau, liebe Lilien.

Nun ja, diesen Start in die Zweitligarunde hatten sie sich beim Fußball-Zweitligisten Darmstadt 98 ganz ohne Ironie sicher ganz anders vorgestellt. Ihren Rhythmus wollten sie rasch finden, den Schwung mitnehmen aus der Fast-Aufstiegssaison, das kaum veränderte Mannschaftsgefüge gegen die wild durcheinander gewürfelten Gastgeber vom SSV Jahn Regensburg gleich mal gewinnbringend einsetzen. Pustekuchen. Eine 0:2 (0:1)-Niederlage, Enttäuschung, Ärger, Hadern - oder wie Kapitän Fabian Holland die Lage einordnete: „Ein Scheißstart.“

Patric Pfeiffer muss sich trollen

Der Fehlstart ins Spiel war bereits entscheidend für dessen Ende. Wie seit einem Jahr unter Trainer Torsten Lieberknecht sollte Klaus Gjasula den zu ihm gepassten Anstoß auch diesmal sofort nach vorne dreschen, weit weg vom eigenen Tor, idealerweise auf den Kopf das nach vorne geeilten 1,96-Meter-Verteidigers Patric Pfeiffer. So der Plan. Die Umsetzung misslang. Gjasulas Langholz wurde noch vorm Abflug gestutzt, Regensburg kam in den Gegenangriff, Darmstadt - mit Verteidiger Pfeiffer im Angriff - war hinten ungeordnet, das 0:1 die Folge. Der Regensburger Torschütze: Joshua Mees. „Wie das Ergebnis zustande gekommen ist, ist einfach Wahnsinn“, sagte Holland, „eigentlich ein Witz.“ Er meinte nicht nur den frühen Rückstand, sondern auch die folgenden 90 Minuten.

So stellten die Darmstädter, als sie dann nach 20 Minuten endlich erwachten, das fußballerisch deutlich bessere Team. Sie hatten am Ende 59 Prozent Ballbesitz, erspielten sich ordentliche Gelegenheiten, obwohl sie ab Minute 37 in Unterzahl agieren mussten. Pfeiffer, früh und überaus hart mit Gelb von Schiedsrichter Patrick Alt verwarnt, beging erst sein zweites Foul des Spiels und musste sich doch sofort mit Gelb-Rot in die Kabine trollen - der zweite Knackpunkt der Partie.

Viel Positives im Negativen bei Darmstadt 98

„Wir haben gleich am ersten Spieltag alle Facetten aufgezeigt bekommen, die den Fußball ausmachen“, sagte Trainer Lieberknecht und bemängelte zwar die fehlenden „Präzision“ bei seinen Zehnen, hatte aber auch viel Lob für sie übrig: „Wir hätten es mit Sicherheit nicht verdient gehabt, den Platz als Verlierer zu verlassen. Ich habe großen Respekt vor der Mannschaft, denn sie hat versucht, sich mit allem gegen die Niederlage zu stemmen.“ Bis zum 0:2, das der Regensburger Andreas Albers mitten hinein in eine Drangphase der Gäste erzielte (62.), „waren wir die klar spielbestimmende Mannschaft und hatten fast im Minutentakt Abschlüsse“, so Lieberknecht. Das Ergebnis sei „ärgerlich“, das Auftreten nicht. „Es gewinnt eben nicht immer das bessere Team.“

Positives im Negativen aus Darmstädter Sicht: Zum einen ließen die eingewechselten Offensivneuzugänge Magnus Warming und Oscar Vilhelmsson zumindest erahnen, dass sie dem Team künftig helfen könnten. Zum anderen tröstet die Erinnerung an die vergangene Saison. Auch damals, Juli 2021, verloren die Hessen den Auftakt. Coronagebeutelt gab’s ebenfalls ein 0:2, ebenfalls gegen Regensburg. Danach folgte die beste Zweitligasaison in der Geschichte des SV Darmstadt 98 - nach Punkten jedenfalls.

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