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Niclas Füllkrug bleibt cool

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Von: Jan Christian Müller

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Treffer mit links: Niklas Füllkrug im Oman.
Treffer mit links: Niklas Füllkrug im Oman. © dpa

DFB-Team schleppt sich im WM-Test im Oman zu einem 1:0-Sieg, weil der Debütant aus Bremen nach der Pause trifft.

Keine Ahnung, ob sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft von den Vorsängern der osmanischen Ultras einlullen ließ. Der Singsang von der Tribüne des Sultan Qaboos Sports Complex war jedenfalls auffälliger als die Leistung des DFB-Teams beim WM-Test vor 25 000 Zuschauern im Oman. Beim 75. der Weltrangliste reichte es für Hansi Flicks müden Männer bei 27 Grad nur zu einem mühseligen 1:0 (0:0). Torschütze erst in der 80. Minute: Neuzugang Niklas Füllkrug mit links im ersten Länderspiel nach Vorlage von Kai Havertz, der übrigens trotz der Wärme gemeinsam mit Leroy Sané in einem langärmligen Trikot unterwegs war.

Füllkrug sagte danach brav ins RTL-Mikrofon, er habe sich gefreut, „dass ich helfen konnte, um das Spiel zu gewinnen“. Aber, klar, so toll sei es nicht gewesen, vor allem nicht in Halbzeit eins, jedoch bitte schön, „um alles“ gehe es halt erst bei der Weltmeisterschaft. Kapitän Manuel Neuer sah zufrieden aus, er hatte ja auch nicht so viel rennen müssen und interpretierte den Abend als ein perfektes Sparring. Denn: Der nächste Gegner Japan würde gradlinig nach vorne spielen, „das haben wir hier auch gesehen von den Omanis“.

Es war ein Sieg, der Deutschland trotz Chancenplus etwas schmeichelte. Denn der Oman hatte flinke Leute auf dem Feld, die der deutschen Defensive zuweilen wenig Spaß bereiteten. Nächsten Mittwoch wartet Japan am hellichten Tag um 14 Uhr deutscher Zeit (16 Uhr Ortszeit) in Katars Hauptstadt Doha als erster WM-Gegner auf Flicks Leute. Bis dahin dürften sie Reisestrapazen und Bundesligastress überwunden haben.

Der Bundestrainer schenkte dem Dortmunder Youssoufa Moukoko (17), jüngster Debütant seit Uwe Seeler 1954, von Beginn an und dem Bremer Füllkrug (29) in der zweiten Halbzeit deren Nationalmannschaftsdebüt. Zudem durfte Rechtsverteidiger Lukas Klostermann zum ersten Mal seit seinem Einsatz im ersten Bundesligaspiel dieser Saison wieder spielen. Der Leipziger hatte sich Anfang August einen Syndesmosebandriss zugezogen. Aus Mangel an Alternativen wurde der 26-Jährige völlig ohne Spielpraxis dennoch in den WM-Kader nominiert. „Ziel ist es, ihn zu integrieren“, begründete der Bundestrainer die Aufstellung in der Startelf. Klostermann hielt allerdings nur bis zur Trinkpause nach einer halben Stunde durch. Das, so Flick, sei von vorne herein so geplant gewesen. Überschrift: Belastungssteuerung.

Moukoko musste zur Pause weichen und hatte bis dahin immerhin einmal kurz vor der Pause den Pfosten getroffen. Ansonsten war dem Teenager aber die Nervosität reichlich anzumerken. Der zwölf Jahre ältere Nachfolger Füllkrug sah cooler aus, führte sich mit einem ganz guten Schuss ein, den der formidable omanische Torwart aber entschärfte, ehe der Mittelstürmer dann doch noch traf.

Hansi Flick interpretierte das Gesehene gnädig. „Wir wollten uns an die Temperaturen gewöhnen. Es ist alles okay. Das Spiel hat seinen Sinn erfüllt.“ Ja okay, die Zweikämpfe hätte man etwas intensiver führen können, „ich kann die Spieler aber auch verstehen.“ Keiner habe sich noch so kurz vor WM-Beginn verletzen wollen.

Füllkrug, der einmal auch einen leichten Ball verlor und einen gefährlichen Konter einleitete und einmal aus dem Abseits traf, bekam ein mittelgroßes Lob von Flick: „Man hat gespürt, da war eine Präsenz vorne da. Man kann mit ihm zufrieden sein.“

Die Rückkehr des in Bundesliga und Königsklasse hochbelasteten Frankfurters Mario Götze nach fünf Jahren DFB-Abstinenz blieb aus. Auch Stammkräfte wie Jamal Musiala, Serge Gnabry, Antonio Rüdiger und Niklas Süle bekamen Zeit zum Ausruhen.

Am Donnerstag fliegt der mehr als 70-köpfige DFB-Tross nach Katar, Freitag dürfen die Spieler im Teamhotel Zulal Wellness Resort am Persischen Golf die Beine hochlegen. „Und dann, sagte Flick und sah dabei kämpferisch, „geht´s los.“ jcm

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