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Martina Voss-Tecklenburg: Keine Überraschung bei der Nominierung des Kaders.

WM-Kader Frauen

Mit neun Olympiasiegerinnen zur „Tour de France“

Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat ihren 23-köpfigen Kader für die WM-Mission bekannt gegeben und auf große Überraschungen verzichtet.

Goldige Aussichten für die „Tour de France“: Neun Olympiasiegerinnen sollen die deutschen Fußballerinnen bei der WM-Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) zum dritten Stern führen. Die Gold-Mädels von 2016 sind die Korsettstangen im 23-köpfigen Aufgebot, das Bundestrainer Martina Voss-Tecklenburg am Dienstag im 49. Stock des Commerzbank-Turms in Frankfurt/Main der Öffentlichkeit präsentierte.

„Es waren verschiedene Komponenten, die am Ende für die Auswahl den Ausschlag gegeben haben. Beispielsweise haben Positionsflexibilität und Charaktereigenschaften eine Rolle gespielt – aber auch, welche Spielerinnen gut zusammenpassen“, sagte Voss-Tecklenburg 25 Tage vor der Auftaktpartie des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters gegen China.

Leicht hat es sich die 51-Jährige nicht gemacht. „Wir haben im Trainerteam intensiv miteinander diskutiert. Am Ende waren einige knappe Entscheidungen dabei, weil wir eine hohe Qualität innerhalb der Mannschaft haben“, betonte Voss-Tecklenburg, die seit Jahresbeginn an der Zusammenstellung des Personals getüftelt hat: „Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Team haben, mit dem wir gut aufgestellt sind für die WM.“

Almuth Schult, Laura Benkarth, Lena Goeßling, Leonie Maier, Dzsenifer Marozsan, Alexandra Popp, Melanie Leupolz, Sara Däbritz und Svenja Huth wissen nur zu gut, was für einen Triumph nötig ist. Sie holten in Brasilien den Olympiasieg und müssen den WM-Debütantinnen den Erfolgsweg aufzeigen. Für insgesamt 15 Spielerinnen ist es die erste WM, da auch Huth noch nie bei einer Endrunde dabei war.

Schon nach den Tests in Schweden (2:1) und gegen Japan (2:2) im April hatte Voss-Tecklenburg das Grundgerüst von 18, 19 Spielerinnen im Kopf. Erfahrenste Spielerinnen im Kader sind Goeßling (104 Länderspiele), Spielführerin Popp (95) und Marozsan (89). Die Jüngste ist mit 17 Jahren und zwei Länderspielen Lena Oberdorf, gefolgt von Klara Bühl (18 Jahre/ein Länderspiel). Auch Schult, die zuletzt mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, wurde rechtzeitig fit.

Ein Quintett (Torhüterin Lisa Schmitz sowie Kristin Demann, Felicitas Rauch, Pauline Bremer und Lena Lattwein) wurde zusätzlich als Back-up für den finalen Lehrgang in Grassau inklusive Generalprobe am 30. Mai in Regensburg gegen Chile (17.45 Uhr/ARD) nominiert.

„Wir wollen die wenigen Tage, die uns in diesem Trainingslager zur Verfügung stehen, intensiv nutzen, um vor allem an Automatismen zu arbeiten, an Laufwegen und der Abstimmung untereinander“, äußerte Voss-Tecklenburg: „Unser Ziel ist es, mutig zu sein und dennoch die richtige Balance zu finden, damit auch die Ergebnisse stimmen. Für uns ist Chile als WM-Gegner ein sehr guter Test, um zu sehen, wo wir stehen.“

Der Countdown für die auch logistisch herausfordernde Tour de France läuft bereits. Am 3. Juni reist der Rekord-Europameister nach Frankreich, wo in der Gruppe B neben China (8. Juni/Rennes) noch Spanien (12. Juni/Valenciennes) und Neuling Südafrika (17. Juni/Montpellier) warten. (sid)

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