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Rainer Koch gewährt Silke Sinning geheime Kampfabstimmung

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Von: Jan Christian Müller

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Soll für Diversität und Vielfalt ins Präsidium: Celia Sasic.
Soll für Diversität und Vielfalt ins Präsidium: Celia Sasic. © imago images/Michael Schwarz

Neue Spannung vor dem DFB-Bundestag. Auch Celia Sasic und Sabine Mammitzsch sollen ins Präsidium. Details zu den Hausdurchsuchungen in Frankfurt.

Wende im Kampf um die Vize-Präsidentschaft im Deutschen Fußball-Bund: Rainer Koch hat sich bereiterklärt, gleich im ersten Wahlgang in einer geheimen Kampfabstimmung gegen die hessische Bewerberin Silke Sinning anzutreten. Das bestätige Koch am Sonntagabend auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Der Präsident des bayerischen Verbands, den Präsidentschaftskandidat Peter Peters als schwere Belastung für den DFB ansieht, wird nun mit einem Antrag seines Landesverbandes dafür sorgen, „dass Silke Sinning auch auf dem Wahlzettel steht und in einer geheimen Abstimmung gegen mich antreten kann“. Die Professorin der Universität Koblenz wäre im Fall eines Sieges dann aber nicht wie beabsichtigt Vizepräsidentin für Diversität und Nachhaltigkeit, sondern „normale“ Vizepräsidentin des Süddeutschen Fußballverbands. Am Montag tagen die Landesverbandschefs in Frankfurt. Am Freitag wird in Bonn gewählt.

In der vergangene Woche war im Vorfeld des DFB-Bundestages besondere Unruhe entstanden. Der Besuch der alten Bekannten von der Staatsanwaltschaft beim Deutschen Fußball-Bund war am Donnerstag etwas komplizierter geworden als geplant. Denn die stattliche staatliche Ermittlungsgruppe hatte ursprünglich offenbar nur eine Hausdurchsuchung in der alten Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise geplant, weil aber Teile der Akten bereits am neuen DFB-Standort an der ehemaligen Frankfurter Galopprennbahn liegen, musste auch dort geschnüffelt werden. Wie auch beim vor knapp einem Jahr zurückgetretenen vormaligen Generalsekretär Friedrich Curtius in dessen Domizil im nicht weit entfernt gelegenen Frankfurt-Sachsenhausen und in den Büroräumen des einstigen DFB-Kommunikationsberaters Kurt Diekmann in Bremen - sowie in Gebäuden anderer mit dem DFB geschäftlich verbandelter Firmen in drei weiteren Bundesländern.

Bisher keine Ergebnisse aus Razzien 2020 und 2021

Allemal bemerkenswert ist es, dass angesichts eines vermeintlichen strafbaren Scheinvertrages über eine ja vergleichbar geringe Summe von 360 000 Euro gleich 70 Ermittler:innen losgeschickt werden. In der Vergangenheit hatten sich die Kriminalisten trotz erheblichen personellen Aufwands nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Brauchbare Ergebnisse aus den Razzien 2020 beim DFB und 2021 bei DFB-Partner Adidas konnten sie bislang nicht liefern. Ermittlungen gegen drei DFB-Leute wurden inzwischen eingestellt. Ob es beim Verband tatsächlich kriminell zuging, dazu haben recherchierende Medien einiges zusammengetragen, und zwar gerade in der Causa Diekmann schon seit Jahren, ehe die Behörden nun reichlich retardiert reagierten.

Auch über den Einspruch des DFB gegen den Nachsteuerbescheid über 22,57 Millionen Euro, die der Verband wegen der Sommermärchenaffäre im Jahr 2017 ans Finanzamt überweisen musste, ist nach fast fünf Jahren noch immer nicht entschieden worden. Schnell geht zweifellos anders, was auch damit zu hat, dass beim Landgericht Frankfurt seit nunmehr bereits vier Jahren eine - offenbar wenig chancenreiche - Anklage gegen Ex-Funktionäre wegen Steuerhinterziehung oder Beihilfe dazu anhängig ist.

Bernd Neuendorf hat konkrete Personalpläne

Derweil hat Bernd Neuendorf, der Top-Favorit bei der Kampfabstimmung ums Präsidentenamt am Freitag, im „FAZ“-Interview Ex-Nationalspielerin Celia Sasic für die Position eines neuen Präsidiumsmitglieds für Diversität und Vielfalt benannt. Sasic gehört aktuell dem Organisationsteam von Philipp Lahm für die Europameisterschaft 2024 in Deutschland an. Nach FR-Informationen soll zudem die Schleswig-Holsteinerin Sabine Mammitzsch als Vizepräsidentin für Frauenfußball zu Neuendorfs Team gehören.

Dessen Gegenkandidat Peter Peters stellte sich mit seinen Gefolgsleuten Silke Sinning und Ralf Viktora am Freitag bei den Drittligisten vor - und geriet wegen seiner Mitverantwortung als Ex-Finanzchef von Schalke 04 für den Gazprom-Vertrag in Erklärungsnot.

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