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Derzeit alternativlos: Torwart Manuel Neuer Foto: Sven Hoppe/dpa
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Derzeit alternativlos: Torwart Manuel Neuer

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Nationalmannschaft: Kein neuer Neuer in Sicht

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Die Frage, wer bei einer WM oder EM im Tor steht, hat früher Fußball-Deutschland in zwei Lager gespalten. Doch seit Manuel Neuer herrscht fast Langeweile. Ein Kommentar.

Früher hatte die T-Frage noch das Potenzial, Fußball-Deutschland in zwei Lager zu spalten. Sollte nun Oliver Kahn oder Jens Lehmann das deutsche Heiligtum bei der WM 2006 bewachen? Zwei besondere Charaktere. Zwei absolute Weltklassetorhüter. Seit der Machtübernahme von Manuel Neuer herrscht fast Langeweile unter der Latte. Wenn überhaupt, liefert sich der Welttorhüter ein Wettrennen gegen die Zeit, wie vor der WM 2018, als er sich mehrfach den Mittelfuß brach. Seit 2010 gab Neuer, 35, bei jedem Turnier die Nummer eins. Hanebüchene und folgenschwere Aussetzer (wie bei Kahn im WM-Finale 2002) sind nicht überliefert.

Dass dieser inzwischen wieder unverwüstliche Ballfänger nach der diesjährigen EM auch noch die WM 2022 einsackt, gilt als sicher. Vermutlich steht auch die EM 2024 im eigenen Land auf seiner Agenda. Deshalb haben sie beim Deutschen Fußball-Bund, zumindest in jenen Direktionen, die sich noch mit Inhalten beschäftigen, das Projekt „N_28“ aufgelegt. Klingt geheimnisvoll, ist aber nichts weniger als die Suche nach einem neuen Neuer im Jahre 2028. Marc-André ter Stegen, 29, ist seit Jahren zur Untätigkeit in der DFB-Auswahl verdammt. Er hat sich nun einem medizinischen Eingriff am Knie unterzogen, der ihm wochenlanges Bankdrücken bei der EM erspart.

Der gebürtige Gladbacher war frustriert, dass Neuer ohne jeden Pflichtspieleinsatz im Verein trotzdem punktgenau zur WM 2018 wieder im Nationaltor auftauchte. Als dritter Keeper reiste übrigens Kevin Trapp, 30, von Eintracht Frankfurt damals mit nach Russland, der knapp Bernd Leno, 29, vom FC Arsenal ausgestochen hatte. Beide bilden nun diesen Sommer die Neuer-Backups. Verlässliche Schlussleute, aber keine Weltklassetormänner.

Nach einem solchen aber fahndet die DFB-Akademie mit Leiter Tobias Haupt, einem ehemaligen Torhüter aus der Bayernliga, im Nachwuchsbereich längst. Die ersten Forschungsergebnisse fallen ernüchternd aus. Auf der Paradeposition des deutschen Fußballs herrschen eklatante Qualitätsmängel.

Wo sind die jungen Himmelsstürmer mit Handschuhen hin? Die U 21 wird vermutlich mit Finn Dahmen, 23, die EM-Endrunde bestreiten, der am Sonntag gerade erst sein zweites Bundesligaspiel für den FSV Mainz 05 gemacht hat. Fehlende Einsatzzeiten für Torwarttalente sind ein vielschichtiges Problem. Der Verband stößt sich daran, dass zwei Torhüter mit besten Anlagen lieber die gut bezahlte Ersatzbank eines Topvereins drücken, statt für einen mittelmäßigen Erstligisten oder ambitionierten Zweitligisten zu spielen.

Gemeint sind Alexander Nübel, 24 vom FC Bayern und Lennart Grill, 22, von Bayer Leverkusen. Was ihnen jetzt an Praxiserfahrung durch die Lappen geht, warnen die Experten, werden die beiden nie wieder aufholen. Das sind keine guten Aussichten für die EM 2028. Manuel Neuer wäre dann 42. Notfalls macht er halt weiter.

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