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Vorhang auf für Julian Nagelsmann, Trainer FC Bayern.
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Vorhang auf für Julian Nagelsmann, Trainer FC Bayern.

FC Bayern München

Nagelsmann beim FC Bayern: „Wenn ich hier nichts gewinne, liegt’s an mir“

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Neuer Trainer, alte Ziele: Der FC Bayern München ist weiterhin das Maß der Dinge - auch wenn die Konkurrenz den Abstand verringert.

München: So dürfte sich Julian Nagelsmann die Saisonvorbereitung nicht vorgestellt haben. Vier Testspiele, kein Sieg. Autsch. Der FC Bayern München stolpert der Saisoneröffnung gegen Borussia Mönchengladbach in einer Woche entgegen. Die Alarmglocken läuten dennoch nicht schrill an der Säbener Straße. Warum auch?

Der Nachfolger von Hansi Flick und Wunschtrainer musste in der Vorbereitung bekanntlich auf die meisten seiner Stars verzichten. Jugend forscht war angesagt. Dem Nachwuchs eine Chance. Talentförderer Nagelsmann musste aber erkennen, dass nur wenige selbige zu nutzen verstanden. Die EM-Rückkehrer trudelten erst in den vergangenen Tagen ein, seit Montag sind auch Manuel Neuer, Thomas Müller und Joshua Kimmich zurück aus dem Urlaub. Nagelsmann lässt das kalt: „Das wird reichen.“

FC Bayern München: Wie stark ist der Kader?

Gut genug, um im deutschen Fußball die Nase vorn zu haben, ob er allerdings internationalen Ansprüchen genügt? Zweifel sind angebracht. Der Abgang von David Alaba zu Real Madrid wiegt schwer und dürfte kaum zu kompensieren sein. Jerome Boatengs Vertrag wurde bekanntlich nicht verlängert. Für ihn wird künftig der Franzose Dayot Upamecano in der Innenverteidigung stehen. Mehr als 40 Millionen Euro haben sich die Bayern den Leipziger kosten lassen.

Ablösefrei kam Linksverteidiger Omar Richards dagegen vom englischen Zweitligisten FC Reading und dürfte gleich eine wichtige Rolle einnehmen – müssen. Lucas Hernandez und Alphonso Davies fehlen zum Saisonstart verletzt, ebenso wie Kingsley Coman, Niklas Süle, Marc Roca und Corentin Tolisso (in Quarantäne).

Julian Nagelsmann: Worauf steht der neue Trainer des FC Bayern München?

Julian Nagelsmann, 34 Jahre, ist schlau und innovativ. Er weiß sehr genau, dass er den FC Bayern nicht auf links drehen kann und darf. „Ich versuche, einen variablen, offensiven und mitreißenden Fußball zu spielen“, sagte er bereits vor seiner öffentlichen Vorstellung in einem hochwertig produzierten 14-Minuten-Video. Das hören die Chefs gerne. Nagelsmann steht wie Flick für einen pressingintensiven Fußball. In Leipzig vermied es Nagelsmann, zu viel Risiko im Spielaufbau einzugehen, also etwa die Innenverteidiger weit nach vorn vorstoßen zu lassen.

Das könnte sich in München ändern. Ebenso müssen sich die Bayern-Stars auf etwaige Systemwechsel einstellen. Nagelsmann mag es variabel, hält während einer Saison nicht starr an einer Taktik fest. Gut möglich, dass die Bayern auch mal aus einer Dreierkette agieren. Grundsätzlich aber, sagt Nagelsmann, mache die Taktik nur 35 bis höchstens 40 Prozent aus. „Der Rest ist Menschenführung.“

FC Bayern München: Wo hapert es noch?

Die Breite des Kaders war schon in der Vorsaison ein Kritikpunkt - Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic kappelten sich nicht nur einmal - auch öffentlich. Nagelsmann kann auf eine starke erste Elf und drei bis vier gute Backups zurückgreifen. Danach herrscht allerdings Schweigen. Weitere Neuzugänge soll es aber keine mehr geben, sagen die Bosse. Vorstandschef Oliver Kahn hält den Kader gar für „exzellent“, sieht ihn in allen Mannschaftsteilen „sehr gut aufgestellt“.

Das verwundert etwas. Aber warum sollte er auch wortstark den Markt anheizen? Gerade im zentralen Mittelfeld und auf der rechten Abwehrseite besteht Handlungsbedarf. Nagelsmann versucht derweil die öffentliche Diskussion zu versachlichen, macht allenfalls sanften Druck: „Wir haben als Klub immer die Aufgabe, den Transfermarkt zu sondieren. Das gehört dazu, ob etwas auf dem Markt ist, was uns besser macht und weiterbringt.“

Zu- und Abgänge

Zugänge: Sven Ulreich (Hamburger SV), Omar Richards (FC Reading), Dayot Upamecano (RB Leipzig), Joshua Zirkzee (Parma Calcio, Leihe endet), Chris Richards (TSG Hoffenheim, Leihe endet), Adrian Fein (PSV Eindhoven, Leihe endet), Michael Cuisance (Olympique Marseille, Leihe endet), Christian Früchtl (1. FC Nürnberg, Leihe endet).

Abgänge: Adrian Fein (Greuther Fürth, Leihe), Sarpreet Singh (Jahn Regensburg, Leihe), Lars Lukas Mai (Werder Bremen, Leihe, war zuvor an Darmstadt 98 ausgeliehen), Alexander Nübel (AS Monaco, Leihe), Jann-Fiete Arp (Holstein Kiel, Leihe), Javi Martinez (Vertragsende), David Alaba (Real Madrid), Jerome Boateng (Vertragsende), Douglas Costa (Juventus Turin, Leihe endet), Tiago Dantas (Benfica, Leihe endet), Angelo Stiller (TSG Hoffenheim).

Wer sticht im Luxuskader des FC Bayern München heraus?

Der Weltfußballer, natürlich. Robert Lewandowski knackte in der zurückliegenden Saison den Uralt-Torjägerrekord des legendären Gerd Müller. Die Mannschaft ist aber weiterhin gespickt mit großen Namen: Eine Sonderstellung besitzen Manuel Neuer und Thomas Müller. Sie sind aber längst nicht die einzigen Meinungsmacher im Team der Stars: Joshua Kimmich und Leon Goretzka bestechen auf und neben dem Platz mit ihren Führungsqualitäten.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Der kann in München ruhig schlafen, selbst in Corona-Zeiten. Natürlich sprudeln die Geldquellen auch im Süden der Republik angesichts des vorzeitigen Aus in der Champions League und einer leeren Arena nicht wie früher. Der Gesamtumsatz des Konzerns belief sich in der Saison 2019/2020 auf 698,0 Millionen Euro, sogar ein Gewinn blieb unterm Strich: 9,8 Millionen Euro nach Steuern. Aus Sicht der Bayern sicherlich zu wenig. Nicht aber im Branchenvergleich.

Die FR-Tipptabelle.

Was ist drin?

Die Frage lässt sich schnell beantworten. Die Bayern müssen ihren eigenen Ansprüchen genügen. Die Kannibalen des deutschen Fußballs werden wieder Meister. Der Abstand zur Konkurrenz könnte allerdings etwas kleiner geworden sein. Am Ende der Saison aber sollte der Stern des Südens wieder hell leuchten – Nagelsmann wird jedenfalls alles daran setzen. Es wäre der zehnte Meistertitel nacheinander für den FC Bayern - und für ihn der erste überhaupt. „Wenn ich hier nichts gewinne“, sagt Nagelsmann knallhart, „liegt es an mir“.

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