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Julian Nagelsmann wird am Samstag seine Abschiedsvorstellung im Hoffenheimer Stadion geben.

TSG Hoffenheim

Nagelsmann vor letztem Heimspiel „noch ohne große Gefühlswallungen“

Am Samstag steht für Julian Nagelsmann das letzte Heimspiel als Trainer der TSG Hoffenheim auf dem Plan. Trotz der jüngsten Störgeräusche soll es ein würdiger Abschied für den Erfolgscoach werden - zumal die Kraichgauer auch noch sportliche Ziele verfolgen.

Dass vermutlich einige Tränen fließen werden, hatte Julian Nagelsmann bereits angekündigt. Ob er bei seiner Abschiedsvorstellung im Stadion der TSG Hoffenheim auch eine Ehrenrunde dreht, ließ der scheidende Trainer aber offen. „Das hängt ein bisschen vom Spiel ab“, sagte der 31-Jährige vor seinem letzten Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen: „Läuft es gut, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch. Läuft es schlecht, dann weiß ich es nicht.“

Schließlich geht es bei Nagelsmanns Schlussakkord in der Arena in Sinsheim am vorletzten Bundesliga-Spieltag sportlich noch um einiges. „Ich habe eine Aufgabe als Trainer. Die werde ich 90+x erfüllen“, kündigte er an: „Rechnerisch ist noch ein ganz großer Wurf drin, zumindest aber die Europa League.“ Die TSG belegt derzeit zwar lediglich Rang acht, bei nur vier Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt ist allerdings noch alles möglich.

Nur ein Sieg würde beim endgültigen Nagelsmann-Finale eine Woche später bei Mainz 05 ein vollständiges Happy End ermöglichen. Zumal es auf seiner großen Abschiedstour zuletzt einige unerwartete Störgeräusche gegeben. Anfang der Woche kritisierte Vize-Weltmeister Andrej Kramaric in der Bild-Zeitung mit ungewohnt scharfen Worten („Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen“) die angeblich verwirrenden Taktikmanöver seines Coaches.

Vor dem Heim-Abschied am Wochenende waren die Beteiligten nun allerdings bemüht, die Wogen zu glätten. „Wir sind erwachsene Männer und jeder darf seine Meinung haben“, sagte Nagelsmann und verwies auf ein klärendes Gespräch mit dem kroatischen Angreifer. Zuvor hatte bereits Sportdirektor Alexander Rosen im Fachmagazin kicker erklärt, dass „Kramaric eben kein Roboter“ sei. „Er hat in diesem Fall einen Fehler gemacht und den falschen Adressatenkreis und Worte gewählt, die nicht hätten sein müssen“, sagte Rosen.

Ohnehin bleibt Nagelsmanns Zeit bei der TSG völlig unabhängig vom Ausgang des Saisonfinales eine einzige Erfolgsgeschichte. Nachdem er im Februar 2016 mit damals 28 Jahren vom Jugendcoach zum jüngsten Cheftrainer der Bundesliga-Historie befördert worden war, rettete er die TSG zunächst vor dem drohenden Abstieg und führte sie in den Jahren danach erst in die Europa League und anschließend in die Champions League.

Nagelsmanns Nachfolger Alfred Schreuder, gerade als Co-Trainer von Ajax Amsterdam im Königsklassen-Halbfinale dramatisch gescheitert, hat also große Fußstapfen zu füllen. Zumal ihm wichtige Säulen wegzubrechen drohen. Der Wechsel von Mittelfeld-Ass Kerem Demirbay für eine fixe Ablösesumme von 28 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen wurde am Donnerstag offiziell bestätigt. Auch Außenverteidiger Nico Schulz tendiert zu einem Abschied, da er „gerne einmal zu einem Topklub“ gehen will.

Die Teilnahme am europäischen Geschäft wäre da bei der Suche nach Ersatz sicher kein schlechtes Argument. Auch deshalb soll der Nagelsmann-Abschied am Samstag keine allzu sentimentale Veranstaltung werden. (sid)

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