+
Dass die DFB-Frauen im EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland (Dienstag 14 Uhr/ZDF) von ihrem Weg abkommen, ist nach drei durchgängig einseitigen Begegnungen nicht zu erwarten.

EM-Qualifikation

Nächste Etappe in der Tour der Versöhnung

  • schließen

DFB-Frauen spielen erstmals gegen Griechenland, wo der Frauenfußball noch ein Mauerblümchendasein fristet.

Ältere Touristen mögen es beruhigend finden, wenn die jüngere Generation den guten Stadtplan nicht ganz verschmäht. Gerade bei den deutschen Fußball-Nationalspielerinnen, die mittlerweile geführt jeden Schritt einer Auslandsreise digital am Smartphone dokumentieren. Um sich in Thessaloniki zurechtzufinden, haben Lina Magull, Lena Oberdorf, Giulia Gwinn und Klara Bühl vor dem Spaziergang in der griechischen Hafenstadt jedoch mal die Köpfe über einem Faltplan zusammengesteckt, der im Teamhotel auslag. Bietet vielleicht doch die bessere Orientierung zu den zahlreichen Zeugnissen aus der römischen, byzantinischen und osmanischen Geschichte.

Dass die DFB-Frauen im EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland (Dienstag 14 Uhr/ZDF) von ihrem Weg abkommen, ist nach drei durchgängig einseitigen Begegnungen nicht zu erwarten. Mit der optimalen Punkteausbeute und dem Torverhältnis von 26:0 ist der nächste Pflichtsieg eher Formsache. Frauenfußball fristet bei den Hellenen noch ein Mauerblümchendasein, die Hauptstadtvereine Olympiakos Piräus, AEK oder Panathinaikos Athen weigern sich standhaft, Frauenteams zu unterhalten. Es gibt nur drei Ligen, alles auf bescheidenem Niveau. Insofern ist es gar nicht überheblich, dass Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg keine übermäßigen Warnungen vor dem allerersten Länderspiel gegen Griechenland ausspricht. Die Trainerin kündigt „vier, fünf Veränderungen“ an, um die Belastung zu steuern. Vermutlich erhält Melanie Leupolz, über die WM von der Führungskraft zur Reservistin abgestuft, mal wieder das Vertrauen. Ansonsten geht es darum, den Prozess der Erneuerung mit dem nächsten konzentrierten und engagierten Auftritt voranzutreiben.

Vor dem letzten Pflichtspiel des Jahres besteht die Bundestrainerin beinahe darauf, dass es in diesem Jahr ungeachtet des frühen WM-Ausscheidens „mehrheitlich Aufs“ gab. Um diese These zu bestätigen, wäre ein erfolgreicher Jahresabschluss am 9. November hilfreich, wenn sich England und Deutschland im Wembleystadion für ein Freundschaftsspiel duellieren, das die bald die Maßstäbe verrückt. Der englische Verband (FA) als Ausrichter der Frauen-EM 2021 hat es geschafft, 77 000 Karten abzusetzen. Ansporn auch für Voss-Tecklenburg: „Das ist einfach grandios, dass wir solch ein tolles Spiel am Ende des Jahres haben. Es ist etwas ganz besonderes, im Vorfeld der EM in England sein zu dürfen“. Die 51-Jährige freut sich „mega“ auf das stimmungsvolle Kontrastprogramm zum tristen Alltag in der EM-Qualifikation. Wie heute im ziemlich leeren Kleanthis-Vikelidis-Stadion, der Heimstätte von Aris Thessaloniki.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion