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Nach Aus: Ecuador bald WM-Dauergast?

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Von: Johannes Skiba

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Mit vier Punkten beendete Ecuador die Gruppe A bei der WM 2022 in Katar nur auf Rang drei und schied aus. Bei der WM 2026 könnte es anders verlaufen.

Doha – Vielen Fußballfans war die Mannschaft von Ecuador bei der WM 2022 gerade im Vergleich zu den anderen südamerikanischen Mannschaften Argentinien, Brasilien und Uruguay im Vorfeld des Turniers eher unbekannt. Im Laufe des Wettbewerbs hat sich das geändert. Trotz des Ausscheidens nach der 1:2-Niederlage gegen den Senegal bleibt trotzdem der positive Eindruck von „La Tri“ hängen.

Schon bei der nächsten WM 2026 in Mexiko, den USA und Kanada wird Ecuador wahrscheinlich erneut an den Start gehen. Und das hat nur bedingt mit der von der FIFA abgewickelten Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer zu tun. Die Früchte der Arbeit im ecuadorianischen Jugendfußball kamen schon in Katar zum Vorschein. Bei der nächsten Endrunde könnte sich dann das immense Potenzial des 17-Millionen-Einwohner Landes in voller Pracht zeigen.

Doha, Qatar. 20th Nov, 2022. or 20.11.2022 Torjubel: Angelo PRECIADO (Ecu), Piero HINCAPIE (Ecu), Enner VALENCIA (Ecu),
Auch in Zukunft wird Ecuador mit Spielern wie Moisés Caicedo und Pieor Hincapié viel zu jubeln haben. © Mueller/imago

WM 2022: Ecuador stärker als Geheimfavorit Niederlande

Besonders das zweite Gruppenspiel von Ecuador gegen die Niederlande hatte es in sich. Gleich mit dem ersten Torschuss gingen die favorisierten Niederländer in der 6. Minute in Führung. In den verbleibenden 93 Minuten Spielzeit inklusive Nachspielzeit dominierte jedoch das kleine Ecuador. Auf den Ausgleich, durch den dritten Turniertreffer von Ecuadors Rekordtorschütze Enner Valencia, folgte allerdings kein Siegtor. Dennoch blieb festzuhalten, dass Ecuador die Niederlande an den Rand einer Niederlage drängte. Das blieb nicht unbemerkt. Nach dem Spiel trendete „Ecuador“ in Deutschland auf Twitter mit rund 212.000 Tweets.

Das viertjüngste Team der WM hat keinen Weltstar in seinen Reihen, dafür eine Menge aufstrebende und hungrige Youngsters. Allen voran Mittelfeldstratege Moisés Caicedo von Premier League-Klub Brighton and Hove Albion zeigte in allen drei Gruppenspielen seine Klasse. Der 21-Jährige steht erst am Anfang einer bemerkenswerten Entwicklung und ist nur die Spitze des Eisbergs der ecuadorianischen Talenteschmiede, die auch durch die Hilfe aus Katar auf internationalem Topniveau ist.

Nach der WM ist vor der WM: Ecuador bald Dauergast?

Piero Hincapié (20) von Bayer Leverkusen, Gonzalo Plata (22) vom spanischen Erstligisten Real Valladolid oder Caicedos Teamkollege Jeremy Sarmiento (20) lassen die zukünftige quantitative und qualitative Kadertiefe Ecuadors nur erahnen. Selbst der zwangsläufige zukünftige Verlust des 33-jährigen Enner Valencia wird Ecuador relativ schnell auffangen können. Darüber hinaus finden sich jetzt schon in vielen kleineren europäischen Ligen wie in Belgien zahlreiche ecuadorianische Talente, deren Entwicklung in den nächsten dreieinhalb Jahren auch den größeren europäischen Ligen nicht unbemerkt bleiben wird.

Neben der erstklassigen fußballerischen Ausbildung in Ecuador und dem leidenschaftlichen Fachmann Gonzalo Alfaro als Trainer, spielt der neue WM-Modus den Ecuadorianer in die Karten. Für das Turnier in Katar ließ man vermeintlich größere Fußballnationen wie Chile und Kolumbien hinter sich. Auch wenn dieses Bild für die kommende Qualifikationsphase nicht auszuschließen ist, muss Ecuador, aufgrund der Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer, nur vier der zehn Nationen Südamerikas hinter sich lasse. Somit könnte Ecuador in den nächsten Jahrzehnten zum Dauergast der WM avancieren. Einen kleinen Vorgeschmack gab es bereits in Katar. Doch das Beste kommt erst noch.

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