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Gelb ist der Frust: Emre Can, nachdem er gegen Manchester City das erste Gegentor mit einem Fehler einleitete.
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Gelb ist der Frust: Emre Can, nachdem er gegen Manchester City das erste Gegentor mit einem Fehler einleitete.

Wankelmütige Dortmunder

Mysterium BVB

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Auf der großen Bühne deutet Borussia Dortmund sein Potenzial an. Doch ein bunter Strauß an Problemen bleibt, die sich nicht mal eben beheben lassen. Ein Kommentar.

Der kriselnde BVB hat sich überraschend achtbar aus der Affäre gezogen. Ein 1:2 bei einer der besten Mannschaften Europas, Manchester City, ist aller Ehren Wert und wäre ein richtig gutes Ergebnis, gäbe es Publikum im Stadion: Man stelle sich das Szenarium vor: 80 000, inklusive gelber Wand, gegen elf hellblaue Männchen von der Insel, ein 1:0-Erfolg würde schon reichen. Aber die Zeiten sind andere, es wird ein Rückspiel geben, in dem die bessere Elf gewinnt, und das sind nach Lage der Dinge halt die Fußballmaschinen von Pep Guardiola, so weit lehnen wir uns aus dem Fenster.

Die Skepsis ist auch deshalb angebracht, weil es Borussia Dortmund an der erforderlichen Konstanz vermissen lässt, der BVB ist stark schwankend in seinen Leistungen. Immer mal wieder rafft er sich in wichtigen Spielen zu ordentlichen Vorstellungen auf. Da erhält man eine Ahnung, was in diesem Team steckt, was möglich wäre, wenn alle gemeinsam ihr Potenzial abrufen würden. Aber dann gibt es verstörende Auftritte in der Liga wie gegen den 1. FC Köln oder jüngst beim leblosen Champions-League-Endspiel gegen Frankfurt. Es hat ja einen Grund, weshalb die Dortmunder sieben Punkte hinter der Musik herlaufen.

Probleme in gelb-schwarz

Es ist ein ziemliches Mysterium, wieso sich dieses so hochveranlagte Gebilde derartige Berg- und Talfahrten leistet. Für welche Art Fußball steht die Borussia eigentlich? Der vormalige Trainer Lucien Favre ist vom Hof gejagt worden, weil ihm vorgeworfen wurde, er habe wegen seiner zögerlichen, vergeistigten Art die Rennpferde nicht zum Laufen gebracht. Das Problem liegt offensichtlich tiefer, auch Edin Terzic kriegt es nicht hin. Es dürfte ein bunter Strauß an Gründen sein, Mentalität gehört bestimmt dazu, auch ein uneinheitlich zusammengestellter Kader mit jungen Spielern am Beginn ihrer Karriere, die dem Druck nicht gewachsen sind. Es hat sicher mit der Führungsschwäche des Kapitäns Marco Reus zu tun, der beleidigt sein Tape zusammenknüllt, wenn er ausgewechselt wird. Es hat zu tun mit der Überheblichkeit eines Emre Can, für den nur die Königsklasse zählt und der keinen Bock auf Europa League hat. Und der erweist dem Team vor dem 0:1 mit seinem bösen Bock einen Bärendienst, schon gegen Frankfurt entwickelten sich alle gefährlichen Angriffe der Eintracht über seine rechte Seite. Selbstkritik?

Und was ist eigentlich mit Julian Brandt, der keine Rolle mehr zu spielen scheint und dem mittlerweile ein Ansgar Knauff vorgezogen wird? Schließlich ist da noch Erling Haaland, dessen gesamte Körpersprache inklusive abfälliger Handbewegungen nach außen demonstriert, dass es im Grunde unter seiner Würde ist, mit diesen Dortmunder Amateuren länger Fußball zu spielen. Dass Vater und Berater ihn in der vergangenen Woche wie Sauerbier anboten, dürfte man sich als selbstbewusster Klub nicht gefallen lassen. Aber was soll der BVB tun? Haaland ist doch der einzige im Team der Wankelmütigen, der überhaupt verlässlich liefert.

Trainer Marco Rose, der neue Hoffnungsträger, hat ab Sommer ein weites zu beackerndes Feld vor sich. Vielleicht ist es nicht ganz verkehrt, wenn Borussia Dortmund in der Europa League wieder zu sich findet.

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