1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Münchner Abreibung für Mainz 05

Erstellt:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Jubel, Trubel, Heiterkeit:Serge Gnabry (rechts) und Eric Maxim Choupo-Moting. dpa
Jubel, Trubel, Heiterkeit:Serge Gnabry (rechts) und Eric Maxim Choupo-Moting. dpa © dpa

Der FC Bayern verzwergt das zuvor beste Auswärtsteam der Bundesliga beim 6:2-Sieg.

Bo Svensson war einigermaßen bedient nach den sauber auf beide Halbzeiten verteilten sechs Gegentreffern in München. 2:6 (1:3) unterlag die zuvor beste Auswärtsmannschaft der Saison beim in bester Spiellaune befindlichen FC Bayern. Das halbe Dutzend lag dem Trainer der Rheinhessen im Magen wie die Wackersteine dem Wolf im Märchen mit den sieben Geißlein. „So kenne ich meine Mannschaft nicht“, grantelte der Däne und bemängelte fehlende Haltung.

Svensson ist nicht der erste Gästetrainer, der nach einer Abreibung in München die Laune verhagelt wird. Zur Verteidigung der Mainzer sei gesagt: Der FC Bayern präsentierte sich drei Tage nach dem 3:0 in der Champions League beim FC Barcelona in Topform. Es gab sechs unterschiedliche Torschützen, darunter die drei deutschen Nationalspieler Serge Gnabry, Jamal Musiala und Leon Goretzka, und es gab danach einen hochzufriedenen Trainer Julian Nagelsmann, der komplett aufs Rotieren verzichtet hatte und zu Recht ein „großes Kompliment“ an die Seinen herausgab.

Und doch hatten auch die Gäste ihre Möglichkeiten. Beim Stand von 0:2 trafen binnen weniger Sekunden Jonathan Burkardt und Jae-sung Lee Latte und Pfosten, beim Stand von 0:3 vergab Burkardt einen Strafstoß, der völlig berechtigt war, auch wenn der Münchner Torwart Sven Ulreich als Stellvertreter des nach wie vor an der Schulter maladen Manuel Neuer keine Einsicht zeigen mochte. Dabei hatte er Burkardt im Herauslaufen schlicht zu Boden gecheckt. Das darf kein Verteidiger und das darf auch ein Torwart nicht. Ergo: Richtige Entscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert nach Eingriff des Videoassistenten.

Mainz traf aber noch vor der Pause durch einen Kopfball von Kapitän Silvan Widmer nach einer Ecke. Die Bayern schlugen im Verlauf der zweiten Halbzeit dreimal zurück, zwischendurch schaffte der eingewechselte Mainzer Mittelstürmer Marcus Ingvartsen mit seinem fünften Treffer im fünften Pflichtspiel in Folge.

Müller, Neuer bald fit

Derweil gab es aus dem Bayern-Lager gute Worte für den in der Arena anwesenden Bundestrainer Hansi Flick. Weder der als muskulären Problemchen im Hüftbereich leidende Thomas Müller noch Neuer seien fraglich für die in drei Wochen beginnende Weltmeisterschaft. „Manu ist auf einem guten Weg der Besserung. Ich gehe davon aus, dass er noch vor der WM wieder spielen wird und bei der WM hervorragende Spiele machen wird“, sagte sein Vertreter Ulreich. Klubchef Oliver Kahn äußerte sich zu beiden: „Ich bin optimistisch, was Manuel anbelangt. Er wird sich jetzt Stück für Stück weiter ranarbeiten.“ Auch bei Müller glaube er „nicht, dass das längere Sachen sind“.

Gegen in der Defensive nach zuvor drei Spielen ohne Gegentreffer erstaunlich offenherzigen Mainzer wurden die beiden Nationalspieler gar nicht benötigt. Die Bayern hatten auch so alles im Griff. „Wir haben uns mehrmals übertölpen lassen, wir sind mehrfach die letzten Meter nicht gegangen, wir haben um unseren eigenen Strafraum herum zu passiv verteidigt“, befand der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt.

Der Schweizer, der am Sonntag als Gast im „Doppelpass“ von Sport1 neben Ex-Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen eine gute Figur abgab, präsentiert regelmäßig angenehm angemessene Analysen. Das hat Schmidt mit Svensson gemein. Beide sagen schonungslos, was ihnen auch mal nicht gefallen hat, ohne dabei einzelne Spieler bloßzustellen. Das ist eine Kultur, die in Mainz gelebt wird und hilfreich ist. Nächsten Samstag (15.30 Uhr/Sky) soll das der VfL Wolfsburg zu spüren bekommen.

Auch interessant

Kommentare