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Die Arena in Fröttmaning. Foto: dpa
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Die Arena in Fröttmaning.

Fußball-EM

München-Entscheidung: Gesicht gewahrt

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft soll bei der EM in München auflaufen - am liebsten mit Fans. Dafür kann und will Deutschland noch keine Garantie geben. Ein Kommentar.

Kaum etwas ist so umstritten wie gerade die Corona-Politik. Der Zwiespalt über einen angemessenen Umgang hat in der Gesellschaft, aber auch im Privaten teilweise tiefe Gräben gerissen. Die erzwungene Distanz erschwert die Suche nach gesichtswahrenden Kompromissen. Insofern haben die Europäische Fußball-Dachorganisation Uefa und die Organisatoren in München nun gezeigt, dass es auch anders geht. Der deutsche Spielort bleibt Teil der EM. Alles andere wäre Irrsinn gewesen, wo es doch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), allen voran aber der FC Bayern und sein Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als Hausherr der Münchner Arena waren, die der Uefa beim existenziellen Kampf gegen das „dreckige Dutzend“ der Super-League-Träumer zur Seite sprangen.

Wenige Tage später die EM aus München abziehen, nur weil dort keine Publikumsgarantien abgegeben werden können – das hätte einen Affront sondergleichen bedeutet. Insofern wollten beide Seiten trotz aller Widersprüche zusammenzukommen. Ohne in der Öffentlichkeit nicht gleich eine Watschn zu bekommen, wie es auf Bayerisch heißt. Derweil ist in Bezug auf München beim ersten paneuropäischen Turnier längst nicht alles klar. Die Uefa will keinesfalls Geisterspiele und stellte in ihrer Erklärung voran, dass die Matches in München mit dem Minimum von 14 500 Fans stattfinden. Uefa-Boss Aleksander Ceferin sieht jetzt bei allen EM-Spielen Besucher:innen im Stadion.

In der DFB-Pressemeldung ist davon jedoch nicht die Rede. Die ganze Saison hat bislang in dem Stadion in Fröttmaning an der A 9 nicht eine einzige Bayern-Partie vor Fans stattgefunden. Daher will niemand eine Zusage machen – erst recht nicht die zuständigen Behörden, zumal das Infektionsschutzgesetz des Bundes die Daumenschrauben für die Bevölkerung weiter anzieht. DFB-Fritz Keller erwähnt nur, dass „vielleicht sogar vor Publikum“ gespielt wird.

Eine Garantie kann und will Deutschland weiterhin nicht geben. Und das ist - Stand jetzt - auch richtig so. Gleichermaßen ist zu begrüßen, dass die Uefa sich auf diesen Kompromiss eingelassen hat, auch wenn er nicht den eigenen Vorstellungen entspricht und deutliche Widersprüche im Umgang mit Dublin und Bilbao offenbart. Aber die Alternative wäre gewesen, es sich mit dem Großverband zu verscherzen, der in drei Jahren hoffentlich eine EM ausrichtet, bei der niemand mehr Angst vor einer Corona-Ansteckung haben muss.

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