+
Der Düsseldorfer Benito Raman jubelt über seinen Treffer zum 4:1.

Düsseldorfer Glücksgefühle

„Der Moment, der alles verändert hat“: Fortuna im Torrausch

Seltene Glücksgefühle in der Düsseldorfer Arena: Spiel gewonnen, vier Tore geschossen und wieder Hoffnung im Abstiegskampf.

Für die ausgelassenen Feierlichkeiten auf den Rängen nach einem unerwartet deutlichen Sieg der Düsseldorfer hatte Fortuna-Sportvorstand Erich Rutemöller nur ein Schmunzeln übrig.

„Das ist rheinische Mentalität. Da gewinnst du einmal 4:1 und schon singen die Fans vor dem nächsten Spiel: Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, sagte Rutemöller nach dem Sieg gegen Hertha BSC - und vor dem Auswärtsspiel beim deutschen Meister in München nach der Länderspielpause.

Zuvor hatte der Aufsteiger nach sechs Niederlagen am Stück schon an der Erstligareife zweifeln müssen. „Das ist Balsam für die Seele„, sagte Fortuna-Torhüter Michael Rensing. „Das muss uns weiter Mut geben“, sagte Trainer Friedhelm Funkel.

Gerade im Angriff ließ Fortuna zuletzt alles vermissen, was man benötigt, um in der Liga erfolgreich zu sein. Da sind vier Tore am Stück schon eine Rarität. In der Bundesliga gab es das in Düsseldorf zuletzt am 30. November 2012 beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt. „Wir haben uns den Frust von der Seele geschossen“, meinte Linksverteidiger Niko Gießelmann.

Natürlich hatte der klare Sieg auch einen Grund. Zum einen ist Hertha eine Art Lieblingsgegner in der Bundesliga. Der einzige Erstligaerfolg in Düsseldorf gelang den Berlinern vor 41 Jahren. Zudem setzte sich Fortuna in den Relegationsspielen 2012 gegen Hertha durch - nach einem chaotischen Rückspiel. Der wichtigste Grund aber ist Maximilian Mittelstädt. Nach seiner Gelb-Roten Karte kurz vor der Halbzeit kippte das bis dahin mäßige und ausgeglichene Spiel total.

Mit einer klugen Strategie und Geduld kamen die Düsseldorfer durch einen sehenswerten Treffer von Takashi Usami zum 1:0. „Das war der Moment, der alles verändert hat“, sagte der eingewechselte Doppeltorschütze Benito Raman. Plötzlich lief die Angriffsmaschine, sehenswerte Kombination führten zu weiteren Chancen. „Es ist außergewöhnlich, wie die Mannschaft die Überzahl ausgenutzt hat“, sagte Trainer Funkel, der sein Team auch mit zwei Personalentscheidungen überrascht hatte.

Neben Alfredo Morales blieb auch erstmals der formschwache Abwehrchef Kaan Ayhan auf der Bank - an einem besonderen Tag. „Ich habe ihm wahrscheinlich ein bisschen den Geburtstag versaut. Aber wir hatten ein gutes Gespräch“, sagte der 64 Jahre alte Coach.

Tabellarisch hat sich für die Rheinländer wenig geändert. Fortuna steht weiterhin auf einem Abstiegsplatz mit einem Punkt Rückstand auf Rang 16. „Wichtig ist, dass wir wieder an den anderen Mannschaften dran sind“, meinte Rutemöller. Dafür müsse man aber auch bis zur Winterpause noch das eine oder andere Spiel gewinnen. „Am besten schon das nächste“, sagte der Rheinländer Funkel - vor dem Spiel beim FC Bayern.

(Von Morten Ritter, dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion