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Mitgift für Traumhochzeit

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Der 1. FFC Frankfurt berauscht sich am Sieg zur Saisoneröffnung.

Die Tabellenführung hatte naturgemäß nicht lange Bestand. Schon am Samstagnachmittag waren die TSG Hoffenheim und Bayern München in der Frauen-Bundesliga am 1. FFC Frankfurt vorbeigezogen. Doch in anderen Bereichen soll der 3:2-Sieg der Hessinnen gegen Turbine Potsdam am ersten Spieltag noch möglichst lange positive Nachwirkungen haben.

Da wäre der Aufwind, den die mehr als 2500 Zuschauer im Stadion am Brentanobad, aber auch die 136 000 Zuschauern der Liveübertragung bei Eurosport für die gesamte Klasse verspürten, weil im Duell des Vorjahresfünften gegen den -dritten zwei junge Teams mutig und offensiv agierten. Die Frankfurter Haltung verkörperte Tanja Pawollek besonders gut: Die 20-Jährige, die zum ersten Mal in einem Pflichtspiel die neue Kapitänsbinde trug, agierte in vielerlei Hinsicht vorbildlich: Nachdem die Mittelfeldakteurin während der Partie schmerzhaft umgeknickt war, ließ sie sich den Fuß nur kurz tapen, um bis zum Abpfiff weiterzuspielen. Nun zeichnete sich ab, dass sie vermutlich erst mal ausfallen wird. Den „unbedingten Willen zum Sieg“ und die Moral, die die Führungsspielerin ihrem Team bescheinigte, hatte sie vorgelebt. „In fußballerischer Hinsicht können wir sicher noch eine Schippe drauflegen“, analysierte Pawollek. Aber die kämpferische Haltung der Formation, in der sich die Neuzugänge Letícia Santos als rechte Verteidigerin sowie Barbara Dunst und Sandrine Mauron im Mittelfeld schon als gut integriert erwiesen, hatte gestimmt.

Freitag zum FC Bayern

Mit diesem Selbstbewusstsein geht es nun nach München. Beim Vizemeister FC Bayern treten die Hessinnen am Freitagabend (19.15 Uhr) und damit erneut in einem von Eurosport übertragenen Livespiel an. „Das sind schon besondere Partien“, sagte Torschützin Laura Freigang. „Irgendwann geht da das Flutlicht an“, und in der Regel käme auch mehr Publikum.

Wer sich darunter befindet, sei zweitrangig. Und doch hatten die Bedingungen beim offiziellen Auftaktspiel der 30. Saison der Frauen-Bundesliga beim FFC für zusätzliche Motivation gesorgt. „Wir haben die Kulisse natürlich angesprochen“, sagte Trainer Niko Arnautis. Aber vor allem habe er von seinen Spielerinnen verlangt, dass sie „ihren Kopf und ihr Herz“ mitbringen. Das Soll wurde erfüllt.

Manager Siegfried Dietrich bereiteten der positive Ausgang des Abends besonderes Vergnügen. Dass vom künftigen Kooperationspartners Eintracht Frankfurt Sportvorstand Fredi Bobic und Finanzkollege Axel Hellmann erschienen, wertete der FFC-Macher als klares Signal. „Wir haben heute genau zum richtigen Zeitpunkt die erste Mitgift für unsere Verlobung geliefert“, sagte Dietrich mit Blick auf die geplante Traumhochzeit zwischen den beiden Erstligisten im Sommer 2020. Wie diese sich genau gestaltet, wie auch die Jugendbereiche miteinander verknüpft werden, das soll nun Thema der nächsten Monate sein. „Es gibt die Bekenntnisse“, so der FFC-Macher, aber nun müssten die Vertragswerke erstellt werden, um sie der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorzulegen.

„Unser Ziel muss sein, der größte Frauenfußballstandort in Deutschland, vielleicht sogar in Europa zu werden, denn wir haben das Knowhow, und Eintracht Frankfurt besitzt die moderne Brille.“ Bis zum ersten Anpfiff habe man sich auf die aktuelle Saison konzentriert. „Aber jetzt beginnt die Zeitrechnung über diese hinaus.“ Für den 62-Jährige stand nach dem Auftakt fest: „Unsere Truppe kann die Zukunft des deutschen Frauenfußballs sein.“

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