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Großes Talent: Jamal Musiala.
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Großes Talent: Jamal Musiala.

Jamal Musiala

Mit leuchtenden Augen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Jamal Musiala, 18 Jahre alt, wirkt nach seinem Debüt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft regelrecht gerührt. Seine Geschichte ist eine des multikulturellen Austauschs.

Wer so lange Bundestrainer ist wie Joachim Löw, der hat fraglos eine ellenlange Liste an Spielern zum Einsatz in der Nationalmannschaft verholfen. In seinen 190 Spielen hat Löw, 61, bislang 138 Profis eingesetzt, 113 machten das erste Länderspiel unter seiner Anleitung. Die ersten Debütanten waren Manuel Friedrich vom FSV Mainz 05, Malik Fathi von Hertha BSC und Clemens Fritz von Werder Bremen. Kaum einer war so ergriffen wie nun Jamal Musiala.

Mit leuchtenden Augen erzählte das Toptalent vom FC Bayern, wie „extrem happy“ er sei: „Das war ein sehr großer Moment für mich und meine Familie. Davon träumt man, seit man klein ist.“ Die wenige Fragen stellte ihm Pressesprecher Jens Grittner, was genügte, um einen rührigen Eindruck zu transportieren. Weil der in Stuttgart geborene Offensivspieler erst Ende Februar volljährig wurde, ist er jetzt der jüngste Debütant, seit Ehrenspielführer Uwe Seeler im Jahre 1954 mit 17 Jahre und 345 Tagen in ein DFB-Dress aus fester Baumwolle schlüpfte.

Anders als bei „Uns Uwe“ ist Musialas Vita vom multikulturellen Austausch geprägt: Seine Mutter Carolin Musiala ist Deutsche mit polnischen Wurzeln, sein Vater Daniel Richard stammt aus Nigeria. Wegen des Studiums der Mutter zog die Familie ins osthessische Fulda, als Jamal noch ein Kleinkind war. Beim TSV Lehnerz kam seine Veranlagung bereits zum Vorschein, als die Familie für das Auslandsstudium der Mutter nach Southampton zog – dort kam der Filius bald in der Nachwuchsakademie beim FC Southampton unter. Es dauerte nicht lange, da griff der FC Chelsea auf den hoch veranlagten Kicker zu – da war dieser aber gerade acht Jahre alt. Selbstverständlich sollte er bald auch die englischen Jugendnationalteams bis hoch zur U21 durchlaufen.

Doch jetzt ist er definitiv nur noch deutscher Nationalspieler, obwohl er für die Bayern bis jetzt gerade erst 27 Pflichtspiele, das Gros davon als Einwechselspieler, bestritten hat. Aber sein Tempo und seine Technik, seine Bewegungen und sein Offensivdrang lassen viel Gutes erahnen. Löw hatte ihn zuletzt persönlich überzeugt, lieber dem DFB seine Zusage zu erteilen. Seine Nominierung für die WM-Qualifikationsspiele erfolgte einem gewissen Kalkül, denn mit dem Mitwirken in einem Pflichtspiel ist Musiala festgespielt.

Der bislang sehr schmal gebaute Jungstar wird wissen, dass er dranbleiben, im Verein auf viel mehr Spielanteile kommen muss, um wirklich dauerhaft zur A-Nationalmannschaft zu zählen. Aber das Debüt in der DFB-Auswahl dürfte ein Ansporn sein. Und wie sagte der Teenager in seiner putzigen Tonalität: „Ich hoffe, es kommen noch viele andere Momente.“ Vielleicht erlebt er anders als die meisten Nationalspieler sogar mehrere Bundestrainer.

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