Philipp Max, neuerdings in Eindhoven aktiv, wurde mit 27 Jahren erstmals ins DFB-Team berufen.
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Philipp Max, neuerdings in Eindhoven aktiv, wurde mit 27 Jahren erstmals ins DFB-Team berufen.

Philipp Max

Mit langem Anlauf

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Philipp Max von PSV Eindhoven überzeugt mit Offensivdrang – und ist nun mit 27 Jahren erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert worden.

Solche Szenen wünscht sich jeder Trainer. Ein aufgerückter Linksverteidiger, der draußen auf Linksaußen dem Passgeber unweit der Mittellinie anzeigt: bitte, spiel mich an. Genau im richtigen Moment startet die Nummer 31 durch, kurze Ballannahme, energischer Spurt und ein Torschuss, der keinen Zweifel am Sturm-und-Drang-Stil lässt.

Auf diese Art hat Philipp Max am Wochenende seinen Vereinscoach Roger Schmidt glücklich gemacht – und nach einer Viertelstunde für PSV Eindhoven den Abwehrriegel gegen Willem II Tilburg (3:0) geknackt. Es war sein zweiter Saisontreffer im siebten Spiel. Der Offensivverteidiger wechselte erst im Sommer vom Bundesligist FC Augsburg zu dem niederländischen Traditionsverein, nachdem FCA-Manager Stefan Reuter in vergangenen Jahren seine linke Allzweckwaffe stets für unverkäuflich erklärte. In diesem Corona-Sommer war das anders.

Umkämpfte Position

Ein halbes Jahrzehnt schnürte der inzwischen 27 Jahre alte Sohn des einstigen Bundesliga-Torschützenkönigs Martin Max (2000 und 2002) die Schuhe in der Fuggerstadt. In der Saison 2017/18 machte er sich dank 15 Scorerpunkten (zwei Treffer, 13 Vorlagen) berechtigte Hoffnungen auf die WM – doch Bundestrainer Joachim Löw zog damals Jonas Hector und tatsächlich auch Marvin Plattenhardt vor. Das hat nicht jeder verstanden. Mit dem Wechsel ins grenznahe Eindhoven schien der Traum von der Nationalmannschaft für Max endgültig geplatzt – doch plötzlich schaute Jogi Löw wohl auch wegen des prominenten Teamkollegen Mario Götze genauer hin. „Er hat offensiv gute Möglichkeiten, gute Standards und Flanken“, sagt der Bundestrainer nun.

Keine Position ist mit Blickrichtung auf die EM 2021 so umkämpft wie jene des linken Verteidigers, wo weder Marcel Halstenberg noch Robin Gosens und erst recht nicht Nico Schulz gesetzt sind. Die Chance für einen Spätstarter? Für eine DFB-Auswahl war das in der Knappenschmiede auf Schalke ausgebildete Kraftpaket ja schon mal am Ball: Max war Mitglied jener von Horst Hrubesch 2016 bis in Finale geführten Olympia-Mannschaft, die sich in Brasilien erst dem Gastgeber um Superstar Neymar im Elfmeterschießen geschlagen geben musste.

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