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Zu harte Entscheidung: Der Darmstädter Nicolai Rapp bekommt von Referee Florian Heft die Gelbe-Rote Karte gezeigt

2. Bundesliga

Darmstadt 98: Mit der Abrissbirne

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Darmstadt 98 verliert 0:4 gegen Paderborn und muss dabei auf den positiv getesteten Kapitän Holland verzichten.

Viel Ballbesitz, hohe Laufbereitschaft, frühes Attackieren des Gegners: Diese Säulen geben dem fußballerischen Konstrukt des SV Darmstadt 98 seit der Ankunft von Trainer Markus Anfang in diesem Sommer wichtigen Halt. Gestern wurde sie jedoch zum ersten Mal in dieser Zweitligarunde nahezu dem Erdboden gleichgemacht, und das gleich mit voller Wucht einer Abrissbirne. Glong.

Nicht nur die Haupttribüne im Stadion am Böllenfalltor war diesmal also eine Baustelle, sondern auch das kickende Personal der Lilien. 0:3 lagen die Darmstädter zur Pause bereits zurück, nach 90 Minuten stand es schließlich aus Sicht der Hausherren gar 0:4 gegen den Bundesligaabsteiger SC Paderborn. Es war für die Hessen die erste Heimniederlage des Kalenderjahres. „Ohne die Leistung der Paderborner schmälern zu wollen: Wir haben selbst das Spiel verloren, und wir hätten heute gegen jede Mannschaft verloren“, sagte Trainer Anfang: „Das war das schlechteste Spiel, das ich je als Zweitligatrainer betreut habe.“ Klare Worte.

Fabian Holland positiv auf Coronavirus getestet

Ohne ihren positiv auf das Coronavirus getesteten und deshalb natürlich nicht einsatzfähigen Kapitän Fabian Holland wussten die Gastgeber nicht, wie ihnen geschah. Paderborn agierte vom Anpfiff weg aggressiver, wacher, einfach besser. Die Tore für die Gäste waren eine logische Folge. Beim 0:1 aus hessischer Sicht verlor Lilien-Verteidiger Lars Lukas Mai den entscheidenden Kopfball gegen Ron Schallenberg (13.), beim 0:2 lenkte Mai den Schuss von Chris Führich unglücklich ins eigene Netz ab (22.). In der Entstehung des dritten Gegentreffers spielte Nicolai Rapp, Innernverteidigerkollege von Mai, einen schlimmen Fehlpass, Dennis Srbeny traf für den SCP (25.). Zudem musste Rapp unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch das Feld verlassen – dafür jedoch konnte er eher wenig, hatte Schiedsrichter Florian Heft doch einen harmlosen Körperkontakt mit der zweiten Gelben Karte, also Gelb-Rot, für Rapp überzogen bestraft.

Sei’s drum, an der völlig verdienten Niederlage hätte wohl auch eine personelle Gleichzahl nach dem Seitenwechsel nichts geändert. Immerhin fingen sich die Anfang-Schützlinge dann ein wenig, verteidigten etwas konsequenter, ohne jedoch den Paderborner noch einmal ernsthaft gefährlich werden zu können. Stattdessen verwandelte der Paderborner Srbeny einen Strafstoß zum 4:0-Endstand (61.). Glong.

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