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Gesten ohne Wirkung: Fürths Trainer Stefan Leitl.
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Gesten ohne Wirkung: Fürths Trainer Stefan Leitl.

Simon Asta und sein Eigentor

Mit Ansage erfolglos

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth zahlt den sportlichen Preis der wirtschaftlichen Vernunft. Nur der 1. FC Saarbrücken startete 1963 ähnlich schwach in eine Bundesligasaison.

Es ist nicht mal sicher mal sicher, ob ein Weltklassestürmer so etwas auf Anhieb hinbekommen hätte. Einen aufspringenden Ball über der Grasnarbe mit einem Hechtkopfball punktgenau per Bogenlampe in den Giebel zu befördern, erfordert eine besondere Technik. Simon Asta von der SpVgg Greuther Fürth hätte beim ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga für dieses Kunststück reichlich Komplimente kassiert, wenn sich der Außenverteidiger nicht dummerweise in der Richtung geirrt hätte. „In der Summe waren es zu viele individuelle Geschichten, um in der Bundesliga und speziell hier in Freiburg zu bestehen“, sagte Fürths Trainer Stefan Leitl mit Blick auf das verhängnisvolle Eigentor bei der 1:3-Niederlage beim SC Freiburg.

Dummerweise reicherte der 20-jährige Asta mit dem 0:1 das Potpourri der Selbsttore um eine seltene Variante an – der gebürtige Augsburger vergrößerte zugleich das Dilemma für den weiterhin erfolglosen Aufsteiger, der im neuen Freiburger Stadion nur als Staffage diente. Die Fans des Sportclubs sangen beschwingt davon, den Bayern nächstes Wochenende die Lederhosen ausziehen zu wollen, während sich der Anhang der Spielvereinigung darauf einstellen muss, bald wieder gegen Heidenheim und Sandhausen anzutreten. Die natürliche Fürther Heimat.

Eine derart schwache Bilanz von nur einem Punkt aus zehn Spielen hatte zu diesem Zeitpunkt einzig der 1. FC Saarbrücken 1963/1964. Moral, Engagement und Laufbereitschaft scheinen nicht für die Trendwende zu reichen. Wenn es nächsten Sonntag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt kein Erfolgserlebnis gibt, stehen ungemütliche Zeiten an. Der Grad der Fürther Überforderung in Freiburg wirkte erschreckend: Beim 0:2 durch Nicolas Höfler sprang der Ball vom Pfosten an Keeper Marius Funk und von dort ins Netz. Vor dem 1:3 durch einen Elfmeter von Vincenzo Grifo hatte Abdourahmane Barry gepatzt und Funk dann Lucas Höler gefoult.

Aber was ist der Spielvereinigung vorzuwerfen? Wenn nicht der Hamburger SV auf der Zielgeraden wieder geschwächelt und Holstein Kiel nicht zur Unzeit eine Flut von Corona-Erkrankungen ereilt hätte, wären die Fürther vermutlich nie aufgestiegen. Sie haben trotzdem ihre besten Spieler verloren, den U21-Europameister und Neu-Nationalspieler David Raum ablösefrei an die TSG Hoffenheim, Paul Jaeckel ebenfalls ohne Entgelt an Union Berlin. Als Dritter im Bunde auch Anton Stach – dafür zahlte der FSV Mainz 05 immerhin 3,5 Millionen Euro Ablöse.

Coronafälle obendrauf

Manager Rachid Azzouzi nannte diese Abgänge alternativlos: „Wir arbeiten seriös, konnten diese Spieler nicht halten, weil ich wusste, dass wir durch Corona vier Millionen Euro Schulden machen.“ Jetzt aber zahlt der Klub den sportlichen Preis für wirtschaftliche Vernunft. Dazu kamen vor dem Freiburg-Spiel kurzfristig auch noch fünf Coronafälle. Die Namen gab der Verein nicht bekannt, doch in Freiburg waren nur 17 Profis dabei. Marco Meyerhöfer, Maximilian Bauer und Jeremy Dudziak, allesamt Stammspieler, gehörten diesmal nicht zum Aufgebot. Fehlen sie auch gegen Frankfurt? Wie hatte Trainer Leitl eingedenk all dieser Hiobsbotschaften schon vor der Reise in den Schwarzwald formuliert? „Wenn’s scheiße läuft, läuft’s scheiße und dann kommt so was auch noch dazu.“ Da ahnte er noch nichts vom Hechtkopfball seines Ersatzverteidigers.

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