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Der General gibt wieder die Richtung vor: Louis van Gaal.
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Der General gibt wieder die Richtung vor: Louis van Gaal.

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MijnheerGeneral

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Louis van Gaal ist wieder zurück aus der Rente und in seinem Element, polternd, laut, von sich sehr überzeugt - und erfolgreich mit der niederländischen Nationalelf.

Vielleicht ist er tatsächlich altersmilde geworden, der Mijnheer Aloysius Paulus Maria van Gaal, womöglich hätte er in jüngeren Jahren diesen Journalisten niedergebrüllt, der es in einer Pressekonferenz gewagt hatte, ihm, dem Bondscoch, zart zu widersprechen. Er habe keine Ahnung vom Fußball, bedeutete der „General“ dem Reporter, allenfalls davon, wie man eine Zeitung füllt, aber doch nicht von Taktik.

So ganz kann der mittlerweile 70-Jährige große alte Trainerpatriarch, geboren in Amsterdam als neuntes von neun Kindern in einer erzkatholischen Familie, den einstigen Journalistenfresser nicht verbergen. Seine schärfste Waffe war neben dem vernichtenden Wort dieser Blick. Louis van Gaal starrt einen an, mustert, scannt einen mit fast schon irrem Blick, er checkt das Gegenüber ab, und wehe derjenige hält dem intensiven Augenkontakt nicht stand. Marcel Reif, Reporterlegende, hat das einmal so umschrieben: „Wenn du ihm ausweichst, oder wenn du auf dicke Hose machst und blöd rumgrinst – zack, bist du erledigt.“

Nun ist Louis van Gaal wieder zurück aus der Rente und in seinem Element, polternd, laut, von sich sehr überzeugt. Eigentlich hatte er, der bei Ajax, Manchester United, FC Barcelona und Bayern München alles gewonnen hat, schon längst die Trillerpfeife aus dem Mund gelegt, hatte sich mit Gattin Truus ins Häuschen in Portugal zur Ruhe gesetzt. Aber die Dinge liefen halt nicht gut bei Vorgänger Frank den Boer, die EM verkorkst, im Achtelfinale gegen Tschechien ausgeschieden, das erste WM-Quali-Spiel gegen die Türkei verloren. Holland in Not. „Wer soll es denn sonst machen“, hat er rhetorisch gefragt, als er zum dritten Mal die Elftal übernahm vor vier Wochen.

Selbstbewusst, dominant, ja arrogant ist er immer noch, da hat sich wenig geändert. Er kennt seinen Wert. Er werde den niederländischen Fußball auf ein höheres Niveau bringen, versprach er, der einst vor zehn Jahren bei den Bayern glaubte, in Lederhose wie „ein Gott“ auszusehen, zum „Feierbiest“ wurde und an Muttertag „allen Muttis eine dicke Kuss“ geben wollte.

Van Gaal gilt als Fachmann dafür, in kurzer Zeit viel erreichen zu können. Aus den ersten drei Quali-Spielen holte er sieben Punkte, zuletzt zerlegte sein Team Tabellenführer Türkei 6:1. Sein Problem in der Vergangenheit war eher, diesen Erfolg zu konservieren, weil er sich mit seiner schroffen Art oft mit zu vielen anlegte.

Nun nimmt der General einen neuen Anlauf, endlich einen WM-Titel nach Holland zu holen, es wäre der allererste. Im Grunde viel zu wenig für eine seit Jahrzehnten mit außergewöhnlichen Fußballern gesegnete Oranje-Auswahl. Van Gaal ist es zuzutrauen.

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