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Gastspiel gegen Eintracht

Europa League in Frankfurt: Mesut Özil bleibt Reizfigur für Deutschland

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Mesut Özil schwankt in der Europa League in Frankfurt bei seinem ersten Auftritt in Deutschland zwischen Zu- und Abneigung.

Frankfurt - Es muss immer noch viele Fußballfans in Deutschland geben, die Mesut Özil seinen geräuschvollen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft nicht verziehen haben, sonst wäre in der Frankfurter Arena nicht ein gellendes Pfeifkonzert bei seiner Auswechslung ertönt. Der Star von Fenerbahce Istanbul machte nach 77 Minuten Platz für Mitspieler Dimitrios Pelkas, der am Ende den Elfmeter vergab.

Die polarisierende Figur aber war Mesut Özil gewesen, der das erste Pflichtspiel seit dreieinhalb Jahren in seinem Geburtsland bestritt. Die Resonanz von den Rängen hätte unterschiedlicher kaum sein können; Vor der Eintracht-Kurve flogen Bierbecher, während die Fener-Anhänger in derselben Situation gar nicht genug Selfies schießen konnte.

Europa League: Mesut Özil als Reizfigur beim Gastspiel in Frankfurt

Der gebürtige Gelsenkirchener kennt die extremen Ausschläge zur Genüge, beim FC Schalke 04 und Werder Bremen, Real Madrid oder FC Arsenal verlief seine Karriere stets zwischen Zu- und Abneigung. Am Ende seiner Nationalmannschaftszeit 2018 hatten seine Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und sein mit Rassismus-Vorwürfen unterlegtes Rücktrittsschreiben viel Porzellan zerschlagen.

Der Wechsel diesen Winter zu Fenerbahce Istanbul scheint ihm geholfen zu haben, seine innere Ruhe zu finden. Fast ungerührt ließ der Edeltechniker sein Können aufblitzen, indem er sein Abstaubertor gegen Eintracht Frankfurt selbst einfädelte (10.). Sein zweiter Pflichtspieltreffer – zuvor hatte der 32-Jährige zum Saisonauftakt getroffen – sollte sein kräftigstes Statement bleiben. Interviews gab er keine, teilte aber später über seine Soziale Medien mit: „Da war mehr möglich für uns, aber trotz allem ist es ein entscheidender Punkt.“

Solide Leistung in Frankfurt: Mesut Özil.

Europa League: Plausch zwischen Erik Durm und Mesut Özil

Weltmeisterkollege Erik Durm erzählte von einem Plausch nach Spielschluss: „Wir hatten 2014 eine sehr, sehr schöne Zeit zusammen. Mesut ist ein super Junge. Ich habe mich einfach nach seiner Familie erkundigt.“ Mesut Özil hatte zuvor gegenüber dem Sportinformationsdienst verraten, dass Tochter Eda dafür sorge, „dass man eine ärgerliche Niederlage auf dem Fußballplatz doch recht schnell wieder vergessen kann“. Sein Trainer Vitor Pereira setzt seinen prominentesten Akteur derzeit dort ein, wo ihn der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw am Ende spielen ließ: auf einer halblinken Offensivposition, fast schon als hängenden Linksaußen. Der Portugiese wertete den Özil-Auftritt so: „Mesut braucht den Ball am Fuß. Das war in diesem Spiel nicht gegeben. Es ging hoch und runter, in schnellem Tempo. Das ist nicht sein Spiel.“ Zufrieden war er dennoch mit seiner Nummer zehn, er habe viel gearbeitet.

Dass Özil nicht mehr mit der ursprünglichen Dynamik aufwarten kann, ist offensichtlich. Sein Einfluss ließ bei nur 42 Ballkontakten mit fortschreitender Spieldauer nach, Passquote (72 Prozent) und Zweikampfbilanz (40 Prozent) blieben überschaubar. Dennoch wollte die Sporttageszeitung „Fanatik“ ein „Mesut-Konzert“ gesehen haben. Bundestrainer Hansi Flick wird als Augenzeuge in Frankfurt indes nicht ansatzweise über eine Reaktivierung nachgedacht haben, dafür steht Özils Angebot an Vorgänger Löw zu einer Aussprache („Jogi kennt sich ja auch in Istanbul bestens aus“) im Raum.

Rubriklistenbild: © imago images/Hartenfelser

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