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Aus und vorbei: Superstar Lionel Messi bricht sich den Arm.

Spanien

Messis Arm bricht, Reals Krise hält an

Barcelona-Star fällt drei Wochen aus, weshalb, schlappe Madrilenen Morgenluft wittern.

Julen Lopetegui schob die Hände in die Hosentaschen seines Anzugs und ließ das Pfeifkonzert im Estadio Santiago Bernabeu mit leerem Blick über sich ergehen. Immerhin ein Tor hatte der Trainer von Real Madrid beim 1:2 (0:2) gegen UD Levante nach 480 langen Minuten wieder bejubeln dürfen, dennoch war die Stimmung nach der Fortsetzung der Krise düster.

Der schlechte Lauf des Champions-League-Siegers hat historische Ausmaße angenommen. Bei der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen stellten die erfolgsverwöhnten Königlichen am Samstag sogar einen klubinternen Negativ-Rekord auf: Nie in der ruhmreichen 116-jährigen Geschichte des Vereins hat Real länger auf ein Tor warten müssen. Der Anschlusstreffer des Brasilianers Marcelo (72.) kam zu spät, um die zuvor längste Durststrecke von 465 Minuten aus der Saison 1984/85 zu unterbieten.

Nach den Abgängen von Torjäger Cristiano Ronaldo und Coach Zinedine Zidane im Sommer gestaltet sich der Umbruch schwieriger als erwartet. Der Glaube, dass Lopetegui Real zu Titeln führt, schwindet. Vor dem Champions-League-Duell mit Viktoria Pilsen am Dienstag und dem anschließenden Clasico beim Erzrivalen FC Barcelona am kommenden Sonntag (28. Oktober) wächst der Druck auf den 52-Jährigen.

Mit der aufkeimende Trainerdebatte wollte sich Lopetegui aber nicht befassen. Seine Zukunft bei Real sei „das Letzte, woran ich gerade denke“, sagte Lopetegui nach der neuerlichen Pleite: „Mein einziger Gedanke ist, wie ich die Spieler aufbauen kann. Ich bin hochmotiviert und glaube mehr denn je an dieses Team.“

Rückendeckung erhielt er von seinen Spielern. „Wir gehen für den Trainer durchs Feuer“, sagte Torschütze Marcelo. Kapitän Sergio Ramos ergänzte: „Ich kann eines versichern: Julen hat den Rückhalt der gesamten Kabine.“

Schließlich waren gute Ansätze gegen Außenseiter Levante durchaus zu erkennen. Besonders offensiv überzeugte Real, blieb aber lange glücklos im Abschluss. Zudem zeigte Levantes starker Torhüter Oier Olazabal mehrfach herausragende Paraden. Defensiv war Madrid ohne Ex-Weltmeister Toni Kroos aber zu anfällig. Frankreichs Weltmeister Raphael Varane war an den Gegentreffern von Jose Morales (6.) und Marti Roger (13., Elfmeter) maßgeblich beteiligt.

Barca trotzt der Mini-Krise

Einen Weg aus der eigenen Mini-Krise fand Erzrivale FC Barcelona. Beim 4:2 (2:0) gegen den FC Sevilla gelang den Katalanen mit dem starken deutschen Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen der erste Sieg aus den vergangenen fünf Ligaspielen. Der Lohn war die Tabellenführung. Der Preis dafür hieß Lionel Messi.

Der argentienische Superstar erlitt einen Bruch im rechten Unterarm und fällt rund drei Wochen aus. „Das ist natürlich ein schwerer Schlag. Wir wissen, wie wertvoll er für uns ist. Wir müssen uns darauf einstellen“, sagte Trainer Ernesto Valverde. Doch wie will man Messi ersetzen? 

Der fünfmalige Weltfußballer Messi fehlt damit auch im Clasico gegen Madrid. Für Real war das die wohl einzige positive Nachricht eines verkorksten Wochenendes. (sid)

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