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Sinnbild für den französischen Wankelmut: Paul Pogba.
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Sinnbild für den französischen Wankelmut: Paul Pogba.

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  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Ein faszinierender Fußballtag mit Schweiz gegen Frankreich und Spanien vs. Kroatien: Die kleineren Nationen scheinen bei zu spüren, dass die großen verletzlicher sind denn je.

Und atmen. Wie gerne würde man sich diesen betörenden Achtelfinalmontag der Fußball-EM rausreißen und in eine kleine Box tun, für schlechte Zeiten. Aber Vorsicht! Zerbrechlicher Inhalt! Nichts darf kaputtgehen von den Spielen der Spanier gegen die Kroaten und der Franzosen gegen die Schweizer. Nicht der faszinierende Fehler des spanischen Torwarts beim 0:1, nicht die Bierbecher, die aus dem kroatischen Block geflogen kamen, nicht die schläfrige Arroganz der Franzosen und die wilde Entschlossenheit der Eidgenossen, von Humoristen des Internets vollkommen zu Recht in Fightgenossen umgetauft. Nicht die kleinen Dramen und nicht die großen an einem bunten, chaotischen, perfekten Sportabend. Verzeihung, König Fußball, sollten wir dich jemals infrage gestellt haben.

Erstaunliche Erkenntnisse drängen sich zudem auf. Das französische Superstar-Team schien ernsthaft überrascht, sich anstrengen zu müssen gegen den kleinen Nachbarn. Paul Pogba gelingt es, gleichzeitig der beste und schlechteste Fußballer der Welt zu sein, und damit ist er die Galionsfigur einer dekadenten Weltmeistermannschaft. Glückwunsch. Pogba ist ein eigener Kosmos aus schier unfassbarer Brillanz (siehe sein Traumtor zum scheinbar entscheidenden 3:1) und Momenten, in denen sich der Raum in 2-D zusammenfaltet und es nichts mehr darin gibt außer Übersteigern und Außenristpässen.

Pogbas irrwitziger Auftritt hängt eng zusammen mit der Frage, wann die Franzosen vorhatten, dieses Turnier ernstzunehmen. Die minimalinvasive Strategie schien darauf ausgerichtet, Anstrengungen nur dann zu billigen, wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht. Das unterscheidet sie signifikant von den Spaniern, die ja nur machen, was sie immer machen, ein Spiel aus tausend Pässen, fleißig in die Tat umgesetzt von einer Klonarmee aus elf zentralen Mittelfeldspielern, die sich schnell um sich selbst drehen können.

Der spanische Fußball hat eine robuste, eindeutige Identität, aber als die Kroaten am Montag das Chaos ins Spiel trugen, sah er genauso hilflos aus wie das Gewurschtel der Franzosen gegen die Schweiz. Die kleineren Fußballnationen scheinen bei dieser EM zu spüren, dass die großen verletzlicher sind denn je und die Machtlinien gar nicht mehr so eindeutig. Tschechien wusste sehr genau, was zu tun ist, um die Niederländer aus dem Turnier zu befördern, und Österreich hatte die plötzlich gar nicht mehr gloriosen Italiener lange Zeit seriös am Schlafittchen.

Jedenfalls, liebe EM: Wir sind bereit, bereit für mehr Montag. Das Sauerstoffzelt ist aufgestellt.

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