Werder Bremen - TSG 1899 Hoffenheim
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Bremens Milot Rashica sitzt nach der Niederlage auf dem Platz.

Werder Bremen

Mehrfach im Teufelskreis

Bei Werder Bremen ist noch sehr lange Abstiegskampf angesagt.

Es ist schon erstaunlich, welche Gelassenheit sich Frank Baumann mittlerweile angeeignet hat. Gut, auch in aktiven Zeiten war der gebürtige Franke nicht als Kapitän bekannt, der mit der Faust auf den Tisch schlug. Markige Ansagen brauchte er nicht, um die Mannschaft zu führen, Anerkennung hat er sich mit Beharrlichkeit erworben, und vermutlich ist auch jetzt wieder ein ganz langer Atem gefragt. In einer Saison, die für Werder Bremen immer mehr einem Albtraum nahe kommt. Und spätestens nach der 0:3-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim müsste auch dem letzten Zuschauer im Weserstadion dämmern, dass Abstiegskampf wohl ganz bis zum Schluss angesagt sein könnte. Bis zum letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 16. Mai.

Dass es dann wieder ein „Greenwhitewonderwall“ oder ein anderer Zusammenschluss am Osterdeich richtet, ist so sicher nicht. Aus der einstigen Festung ist ein Selbstbedienungsladen geworden. Die Gäste brauchen nur entspannt auf die Momente der Unaufamerksamkeit warten und können sich dann aus dem Regal die Puntke greifen.

„Wir dürfen jetzt nicht alles schlechtreden“, sagte Trainer Florian Kohfeldt und verwies auf seinen in der Winterpause mit dem Team skizzierten „Weg“, wie das große Ziel im Sommer erreicht werden soll: „Rückschläge und Niederlagen werden uns davon nicht abbringen.“ Aber zunehmend wirkt auch der sehr auf seine Außenwirkung bedachte 37-Jährige rat- und planlos: Mit der Verpflichtung von Kevin Vogt hat Bremen endlich einen echten Abwehrchef und auch Ömer Toprak zeigt Ansätze seiner Klasse, aber was hilft das, wenn nun der Kapitän Davy Klaassen so kuriose Eigentore fabriziert wie beim 0:1? dem Anfang vom Ende des nächsten Rückschlags. Die Bremer stecken in mehreren Teufelskreisen.

Und die Verantwortlichen? Reagieren mit der üblischen Beschwichtigung, die bloß seit Wochen und Monaten nichts bringt. Dabei ist die Statisitik ja eindeutig: Werder ist mit fünf Punkten das schlechteste Heimteam der Liga kassierte mit 44 Gegentoren nach 19 Spielen so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison – beim Abstieg (1979/80) waren es 43. In den vergangenen sechs Partien gelangen dem Traditionsklub nur zwei Tore – eins davon war ein Gegentor des Gegners.

Beim FC Augsburg am kommenden Samstag „müssen wir alles aus uns rausholen, um drei Punkte zu holen“, sagte Sportchef Frank Baumann.

Auf Werder wartet eine unruhige Woche. Es sei „nicht vergnügungssteuerpflichtig, was wir hier gerade machen“, sagte Kohfeldt, aber „meine Aufgabe ist es, kühl und rational zu gucken, was uns am Ende zum Klassenerhalt führt.“ Und vielleicht gibt es ja doch noch einen neuen Stürmer. „Wenn wir etwas Passendes finden“, sagte Baumann: „Dann würden wir etwas machen.“ Einschätzen, „ob und wann etwas passiert“, könne er aber nicht.

Es ist die Woche nicht viel los in Bremen. Okay, die New York Gospel Stars singen in der Stadt, die Ausstellung „Im Reich der tropischen Schmetterlinge“ beginnt und auch zum offenen Handarbeits-Stammtisch wird eingeladen. Doch echte Ablenkung von der sich zuspitzenden Misere ihrer Fußballer wird den Werder-Fans nicht geboten – und auch der Klub selber sorgt wohl nicht für Unterhaltung auf dem Transfermarkt.

„Es ist nun einmal so, dass im Winter die Anzahl der Spieler, die wechselwillig sind oder bei denen man die Chance hat zuzugreifen, nicht so groß ist“, sagte Trainer Florian Kohfeldt nach der ernüchternden Pleite gegen die TSG Hoffenheim. Dabei machte das 0:3 (0:0) noch einmal überdeutlich klar, dass die Hanseaten bis zum Ende der Transferphase am Freitag besser neue Spieler für den Abstiegskampf holen sollten. Dem Tabellen-16. droht zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte der Absturz in die Zweitklassigkeit.

„Auch wenn wir es uns alle anders wünschen: Wir müssen der Realität ins Auge blicken, es ist natürlich auch eine finanzielle Frage“, sagte Kohfeldt, der angesichts der Verletzungssorgen – am Montag mussten mit Innenverteidiger Sebastian Langkamp und Flügelspieler Benjamin Goller wieder zwei Profis das Training vorzeitig abbrechen – an der Weser „kotzen“ könnte, „natürlich könnte ich durchdrehen“, sagte der 37-Jährige nach der vierten Heimpleite in Serie. Aber: „Es bringt nichts“, sagte Kohfeldt, der den Fans, bei denen mittlerweile die Angst umgeht, ein Versprechen gab: „Wir werden die Klasse halten.“

Bloß keine Panik lautet das Motto an der Waterkant in der Krise. Doch einige Statistiken geben zur Besorgnis Anlass: Werder ist mit fünf Punkten das schlechteste Heimteam der Liga. Bremen kassierte mit 44 Gegentoren nach 19 Spielen so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison – beim Abstieg (1979/80) waren es 43. In den vergangenen sechs Partien gelangen dem Traditionsklub nur zwei Tore – eins davon war ein Gegentor des Gegners.

„Wir dürfen jetzt nicht alles schlechtreden“, sagte Kohfeldt und verwies auf seinen in der Winterpause mit dem Team skizzierten „Weg“, wie das große Ziel im Sommer erreicht werden soll: „Rückschläge und Niederlagen werden uns davon nicht abbringen.“ Beim FC Augsburg am kommenden Samstag „müssen wir alles aus uns rausholen, um drei Punkte zu holen“, sagte Sportchef Frank Baumann.

Auf Werder wartet eine unruhige Woche. Es sei „nicht vergnügungssteuerpflichtig, was wir hier gerade machen“, sagte Kohfeldt, aber „meine Aufgabe ist es, kühl und rational zu gucken, was uns am Ende zum Klassenerhalt führt.“ Und vielleicht gibt es ja doch noch einen neuen Stürmer. „Wenn wir etwas Passendes finden“, sagte Baumann: „Dann würden wir etwas machen.“ Einschätzen, „ob und wann etwas passiert“, könne er aber nicht. (sid)

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