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Wieder mal freie Bahn: Christopher Nkunku umspielt Torwart Manuel Neuer vor dem 0:1.
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Wieder mal freie Bahn: Christopher Nkunku umspielt Torwart Manuel Neuer vor dem 0:1.

Bayern München – Leipzig 3:3

Mehr als Problemchen

  • vonHanna Raif
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Die luftige Deckung des FC Bayern ermöglicht ein wildes Spiel gegen RB Leipzig. Trainer Hansi Flick sieht überforderte Innenverteidiger.

Mehr als drei Minuten dauerte der Monolog von Hansi Flick, und als zwei davon rum waren, sagte der Bayern-Trainer: „Jetzt habe ich schon alles beantwortet, was noch kommen würde.“ Das stimmte, denn von einer simplen Frage – sie betraf nach dem 3:3 des FC Bayern gegen Leipzig die Machtverhältnisse im deutschen Fußball – war der Bayern-Trainer abgeschweift zu all dem, was er da 90 Minuten auf dem Rasen gesehen hatte.

Ein „wildes Spiel“, sagte der ehemalige Assistent des nicht in der Arena anwesenden Bundestrainers Joachim Löw treffend, aber er sprach auch die Müdigkeit, die unnötigen Ballverluste, die Patzer im Spielaufbau und vor allem einen Punkt an, der an diesem Samstagabend eklatant sichtbar geworden war: die Abwehrschwäche seines Teams, das sich über eine Niederlage am Ende nicht hätte beschweren dürfen.

Drei Mal musste Manuel Neuer hinter sich greifen, nach den Treffern von Christopher Nkunku (19.) und Justin Kluivert (36.) machte die Abwehrreihe um Niklas Süle und Jerome Boateng vor allem beim zwischenzeitlichen Führungstreffer von Emil Forsberg einen vogelwilden Eindruck. Die Innenverteidigung mit den beiden Hünen wackelte mehr als jede Häuserschlucht in einem Erdbebenzentrum. Wer immer noch den 32-jährigen Boateng als Heilsbringer für Defensivschwächen in der deutschen Nationalmannschaft ansieht, sollte das Spitzenspiel sezieren: Boateng, nach 84 Minuten mit muskulären Beschwerden ausgewechselt, kann diese Stütze gewiss nicht mehr sein.

Alle drei Treffer waren „relativ einfach“, sagte Thomas Müller, wie frei der Leipziger Stürmer aber in der 48. Minute zum Kopfball kam, war kaum zu fassen. „Die Abstimmung stimmt nicht zu 100 Prozent“, sagte Flick, schob die Löcher in seiner Defensivreihe vor allem auf die Tatsache, dass wir „aktuell viel wechseln müssen“. Flick hatte erstmals seit einem Jahr David Alaba aus dem Abwehrzentrum gezogen und wieder auf die linke Außenbahn verfrachtet. Weil neben Alphonso Davies auch Lucas Hernandez ausfiel. Rückblickend griff diese Rochade nicht wirklich.

Man merkte dem 55-Jährigen an, wie sehr ihn die 16 Gegentore allein in der Bundesliga wurmen – von den letzten neun Pflichtspielen gelang keines ohne. Und wie froh er darüber ist, einen Mann wie Thomas Müller in den eigenen Reihen zu haben, der dann eben vorne Schlimmeres verhindert.

„Dass wir zurückkommen können, wussten wir vor dem Spiel. Dass wir aktuell zurückkommen müssen, wissen wir auch nicht erst seit heute“, sagte der Doppeltorschütze (34./75.). Man merke dem Team die hohe Dauer-Belastung an. „Das Pensum seit einem Jahr ist Wahnsinn“, sagte Flick, auch Müller gab zu: „Der Kader ist stark belastet.“

All das allerdings sollen keine Ausreden sein, „wir müssen damit leben“, fügte der Mann des Spiels an. Flick suchte noch in der Nacht nach Lösungen für die verbleibenden zwei Wochen des Fußballjahres. Das Wort „anpassen“ wählte der Coach mit Blick auf seine Abwehr. Genug Szenen, um auf die Schwächen hinzuweisen, hatte er im Kopf.

Tabellenführung verteidigt

Die Gemütslage in Bayern-Reihen pendelte sich irgendwo zwischen Erleichterung und Enttäuschung ein. „Wir müssen zufrieden sein“, sagte Flick. Die Tabellenführung hat der Serienmeister verteidigt, eine Machtdemonstration aber war gegen griffige Sachsen einfach nicht drin. Worte wie jene von Forsberg – „es war geil, auf dem Platz zu stehen“ – hörte man aus dem Bayern-Lager nicht. Vielmehr wollten alle einen Haken an diesen Stresstest setzen, um die Kräfte für die kommenden beiden Wochen zu bündeln. Flick: „Da müssen wir gucken, dass wir die Tabellenkonstellation verteidigen.“

Moskau, Union, Wolfsburg, Leverkusen – man stellt sich auf einen wilden Ritt bis Weihnachten ein. Denn „die Problemchen“ (Müller) werden bis dahin bleiben. Flicks interne Ansprache wird ein wenig länger gedauert haben als drei Minuten. Sein Ziel war aber auch in der Kabine: dass danach keine Fragen mehr offen blieben.

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