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Bruno Labbadia wirkt wie ein Projektleiter.
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Bruno Labbadia wirkt wie ein Projektleiter.

Kommentar

Mausgraue Wolfsburger

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Das erneute Erreichen der Relegation wäre nach den aktuellen Eindrücken für diesen VfL Wolfsburg fast schon ein Erfolg.

Mit Stadionhymnen ist das so eine Sache: Irgendwie zeitlos sollen sie sein und doch die Historie des Vereins berücksichtigen. Text und Melodie sollen sich einprägen, und alles nicht zu kitschig wirken. Beim VfL Wolfsburg kommt der musikalische Vorlauf eines Bundesligaspiels auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Erstliga-Fußball immer noch ein bisschen gestelzt rüber. „Grün-Weiß VfL“ heißt der Song, dessen von Frank Skibitzki entworfener Text selten so unpassend wirkte wie in diesen trüben Tagen.

Nichts leuchtet gerade hell am Fußball-Firmament, und wenn Wolfsburg vielleicht eine grüne Stadt ist, die viel zu bieten hat – auf jeden Fall ein Werk, das Arbeit gibt – so ist der VfL bestimmt nicht der Stolz der Niedersachsen. Sondern das Sinnbild, was im VW-Land passiert, wenn die Strategie im Mutterwerk für die 100-prozentige Fußballtochter fehlt.

Die überfällige Trennung vom überforderten Sportdirektor Olaf Rebbe, der mit Spielerverpflichtungen ebenso daneben lag wie mit seinen Schnellschüssen in der Trainerfrage, am Freitagabend vor dem Kellerduell gegen den Hamburger SV zu verkünden, belegt die Inkompetenz – und gleicht einem Kommunikationsdesaster. Genauso wenig hat der ehrenwerte Geschäftsführer Wolfgang Hotze sich einen Gefallen getan, vor der Heimpleite gegen den Nordrivalen zu erklären, mit seiner Person sei die sportliche Komponente doch abgedeckt. Formell stimmt das zwar, aber Hotzes Expertise gehört den Bereichen Controlling und Finanzen. Außerdem hat sich der langjährige Leiter des Steuer- und Zollwesens der Volkswagen AG zeitweise in den heikelsten Wochen der Saison auf einer Kreuzfahrt befunden – der 65-Jährige steht kurz vor seiner Pensionierung.

Und so reichen die Ursachen der Misere bis weit in die Vorstandsetagen des Autobauers hinein. Bezeichnend auch, wie sich das VW-Vorstandsmitglied Frank Witter als neuer VfL-Aufsichtsratschef bei den öffentlich gewordenen Verhandlungen mit Hannovers Manager Horst Heldt nun von 96-Präsident Martin Kind vorführen ließ. Aktuell hat Wolfsburg keinen richtigen Manager – und den nächsten Trainer, der nur noch auf Abruf arbeitet. Bruno Labbadia wirkt wie der Projektleiter, der auf einer Großbaustelle erschreckt feststellt, dass lauter Subunternehmer eingespannt wurden, so dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.

Und daher gibt es keine Garantie, dass der Überlebenskampf wie im Vorjahr gut ausgeht. Das erneute Erreichen der Relegation wäre nach den aktuellen Eindrücken für diesen mausgrauen VfL Wolfsburg fast schon ein Erfolg.

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