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Javier Martinez in Action.

FC Bayern

Javi Martinez macht auf sich aufmerksam

Der Spanier war zuletzt außen vor beim FC Bayern – in Liverpool zeigt er, wie wertvoll er sein kann.

Wenn es zuletzt um Javier Martinez ging, gab es vor allem Negatives zu hören: Formschwach, hieß es, und zu langsam, einfach nicht mehr derselbe wie vor allem in seinem ersten Jahr beim FC Bayern. Auch Trainer Niko Kovac muss der Meinung gewesen sein, dass ihn andere Profis in der Zentrale eher weiterhelfen als der Spanier. Anders sind die jüngsten Einsatzzeiten nicht zu erklären. Gerade einmal zwanzig Minuten stand Martinez in den vergangenen drei Partien auf dem Feld. Das Spiel gegen Liverpool am Dienstag war sein erstes in der Startelf seit fast einem Monat.

Eine Durststrecke, die auch ihm zu schaffen gemacht hat. „Ein Fußballspieler will immer spielen, er ist dafür geboren. Sitzt man auf der Bank und verspürt nicht den Drang auf dem Rasen zu stehen, ist man fehl am Platz“, sagte Martinez nach dem 0:0 in Liverpool, wo der Abräumer wieder von Beginn an randurfte und fast wie der junge Martinez spielte, der von 2013. Er war fast immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde – egal, ob in der Luft oder am Boden, per Grätsche oder mit der Fußspitze. „Wenn man jemanden herausnehmen kann, dann ihn. Er hat die Bälle gut abgenommen. Alle waren gut, aber er war hervorragend“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Ähnlich sah es Kovac: „Javi hat ein fantastisches Spiel gemacht.“

Dass der Spanier nur ins Spiel kam, weil Leon Goretzka kurzfristig ausfiel, wollte der Bayern-Trainer nicht bestätigen. „Ich habe Javi sowieso im Kopf gehabt“, sagte Kovac, denn „in diesem Spiel braucht man Persönlichkeiten, in diesem Spiel braucht man Spieler, die so etwas schon erlebt haben.“ Selbst einen „Krampf“ bei Martinez adelte der Trainer als Qualitätsmerkmal: „Wir wissen alle, wie es ist: Es ist kurz vor Ultimo, da versucht man ein bisschen Zeit zu schinden. Javi hat gute Laufleistungswerte, das heißt, er kann gar keinen Krampf gehabt haben. Das ist alles ein bisschen gespielt. In Berlin hatten wir auch Kingsley Coman, der sich dann urplötzlich einen Krampf reingezogen hat, aber es war keiner. Man muss Ruhe reinbringen. Das machen sie gut, dafür haben sie die Erfahrung“, sagte Kovac bei Sky.

Von seinem Startelfeinsatz erfuhr Martinez erst während der Abschlussbesprechung. Kovac hatte für den 30-Jährigen eine Spezialaufgabe: Liverpools Konterspiel unterbinden und dem Umschaltspiel der Bayern wieder Stabilität verleihen. Die Engländer, sagte der Münchner Defensivmann, hätten in der Offensive „einiges an Dynamit. Diese Truppe daran zu hindern, in ihrem Stadion ein Tor zu machen, ist nicht einfach.“

Dass Martinez zuletzt nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen ist, scheint auch bei Martinez‘ Beraterstab für latente Nervosität gesorgt zu haben. Der bat nämlich jüngst um einen Termin mit den Bayern-Verantwortlichen. „Ein ganz normales Gespräch“, sagte Martinez und versuchte, Brisanz aus der Situation zu nehmen. „Nichts Außergewöhnliches“ sei dieser Vorgang, sagte er. Das komme pro Saison zwei- bis dreimal vor. „Meine Berater haben sich mit Bayern unterhalten, weil sie wissen wollten, wie es um meine aktuelle Situation bestellt ist.“ Der Auftritt an der Anfield Road könnte einiges an ihr verändert haben.

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