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„Absteiger der Hinrunde“: Mario Götze.

Kommentar

Mario Götze – Ein logischer Abschied

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Mario Götze wird Borussia Dortmund verlassen, nachdem er von den Profikollegen zum vierten Mal zum Absteiger der Saison gewählt worden ist. Der Kommentar.

Gerade hat das allseits geschätzte Fachblatt „Kicker“ die aktuellen Umfragewerte unter Bundesligaprofis veröffentlicht. Unter der ungnädigen Rubrik „Absteiger der Hinrunde“ setzte sich, wie schon in den Jahren 2016, 17 und 18, Mario Götze durch, wenn auch diesmal nur recht knapp vor Jerome Boateng. Etwa zeitgleich vermeldete die in Dortmund gewöhnlich bestens informierte „Bild“, die Fronten zwischen dem BVB und Götzes Berater, seinem Vater Jürgen, seien derart verhärtet, dass eine Vertragsverlängerung ausgeschlossen ist. Die Götze-Partei stelle sich weiterhin rund zehn Millionen Euro Gehalt vor, die Borussia sei lediglich bereit, sieben Millionen pro anno zu überweisen.

Man muss kein ausgesprochener Dortmunder Insider sein, um sich vorstellen zu können, dass der BVB nicht sonderlich traurig über den bevorstehenden Abgang ist. Eher darüber, dass der als „verlorener Sohn“ für 22 Millionen Euro ernüchtert von Bayern München zurückgekehrte Offensivmann nun kostenlos gehen kann. Es hat nicht mehr recht gepasst mit Götze, an dem der Hochgeschwindigkeitsfußball vorbeigerauscht ist, der inzwischen in Topteams gespielt wird, Aber dennoch verfügt der 27-Jährige noch immer über viel Gefühl im rechten Fuß und die allerbeste Orientierung in engen Räumen,

Ablösefrei ist so ein Mann offenbar auch für Hertha BSC interessant, wo Jürgen Klinsmann in seinem neuen „Mega-Klub“ gerade mal wieder jeden Stein umdreht und sich nur an den ganz Großen messen mag. Er orientiere sich an der Champions League, hat der Guru just wissen lassen - was wiederum gegen den eher gemächlich sprintenden Götze sprechen könnte.

Genaues weiß man nicht. Wie dem auch sei: Klinsmann beabsichtigt in seinem ihm typischen Change-Management, bei der ollen Tante Hertha die vormals beabsichtigte Entwicklungsarbeit mit jungen Spielern durch eine Rosskur mit etablierten Neuzugängen abzulösen. Irgendwo muss das viele Geld von Investor Windhorst ja hin. Das wiederum könnten im neuen Megaklub Megaaussichten für Leute vom Kaliber Götze sein.

Tatsächlich macht es für den einst nur kurz an die Weltklasse klopfenden Mini-Messi nach der Verpflichtung des Stürmers Erling Haaland umso mehr Sinn, sich neu zu orientieren, statt in Dortmund zum traurigen Maskottchen zu mutieren – ganz unabhängig vom Girokonto, das auch so bestens bestückt sein dürfte. Götze ist noch jung und gut genug, auf anspruchsvollem Niveau mitzuspielen. Dass es ohne Toptempo noch mal megagut klappt, ist gleichwohl wenig realistisch.

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