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Hechtet offenbar auch den Millionen nach: Torwart Manuel Neuer.

Manuel Neuer

Unverschämt oder abgezockt?

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Manuel Neuer würde gerne beim FC Bayern bleiben - aber in kritischen Zeiten haben seine Forderungen zur Vertragsverlängerung die Klubbosse erst einmal verschreckt. 

Mit 34 Jahren befindet sich Nationaltorwart Manuel Neuer im Herbst seiner Karriere. Trotzdem möchte er seine Arbeitspapiere beim FC Bayern nur dann vorzeitig verlängern, wenn der neue Vertrag bis 2025 datiert ist. Dann wäre der FCB-Kapitän fast 40 Jahre alt. Zur Einordnung: Laut Fifa-Regeln darf ein Vertrag unter normalen Umständen maximal fünf Jahre laufen. Der Rekordmeister bietet Neuer einen Vertrag bis 2023, immerhin steht mit Alexander Nübel (23) bereits der designierte Thronfolger in den Startlöchern.

Diese Fünf-Jahre-Forderung bekommt nochmal eine ganz andere Bedeutung, wenn man Neuers Gehaltsvorstellungen betrachtet. Laut „Bild“ soll der Keeper nämlich 20 Millionen Euro brutto fordern – pro Jahr. Heißt: Neuer würde bis zum Ende seiner Karriere 100 Millionen Euro verdienen. Diese Summe wirkt in Zeiten der Corona-Krise wie ein schlechter Scherz.

Dass diese Forderungen bei den Bayern-Verantwortlichen für Unverständnis sorgt liegt auf der Hand. Immerhin wurden Neuer, Thomas Müller, David Alaba und Thiago bereits vor der Pandemie Angebote unterbreitet. Bedeutet im Umkehrschluss: Die Neuer-Seite um Berater Thomas Kroth – der vor zwei Wochen zu Verhandlungen mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstandsmitglied Oliver Kahn an der Säbener Straße weilte –, muss die 20-Millionen-Jahresgage im vollen Bewusstsein aufgerufen habe, dass Corona auch den Profifußball weltweit vor massive finanzielle Herausforderungen stellen wird.

Aber wie kommen Neuer und sein Berater auf diese Mammut-Forderung? Angeblich, weil die Star-Verpflichtungen aus Spanien, Philippe Coutinho (27) und Lucas Hernandez (23) ebenfalls in diesem Gehaltsbereich angesiedelt sein sollen. Allerdings liegt das kolportierte Hernandez-Jahresgehalt „nur“ bei 13 Millionen Euro und Brasilien-Star Coutinho verschwindet nach dieser Saison ohnehin von der Münchner Gehaltsliste, weil der Klub die Kaufoption für 120 Millionen nicht ziehen wird. Es bleibt also weiter spannend im Neuer-Vertragspoker.

Thiago wird wohl bleiben

Gute Nachrichten gibt es hingegen bei Thiago: Seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis Sommer 2023 ist wohl nur noch Formsache und soll in den nächsten Tagen auch offiziell verkündet werden. Auch der Spanier hatte das Angebot bereits vor der Corona-Krise vorliegen, und die Klubverantwortlichen hätten sich gewundert, hätte er es abgelehnt. Auch deswegen, weil dem Edeltechniker für den anstehenden Sommer keine konkreten Anfragen anderer Topklubs vorlagen und dementsprechend anderweitige Vertragsgespräche nicht stattfanden.

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