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Manuel Neuer und Mats Hummels reagieren auf das Tor, das den Sieg von Liverpool besiegelte.

Manuel Neuer

Weltklasse sind nur die Anderen

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Der Torhüter des FC Bayern steht nach seinem Patzer im Fokus.

Noch „500-mal“, versicherte Jürgen Klopp, könne er sich das Führungstor seiner Mannschaft anschauen, ohne dass es an Faszination einbüße. Wie Sadio Mané ein 60-Meter-Zuspiel annahm und dabei erst spät den Blick auf den Ball richtete, wie er mit einer einzigen Drehung Manuel Neuer ins Leere schickte und mit einem unwiderstehlichen Chip den Ball ins verwaiste Bayern-Tor beförderte, das zauberte dem Trainer des FC Liverpool ein Strahlen in die Augen wie einem Sechsjährigen an Heiligabend. Dieses 0:1 war eine Klasse für sich. Oder, wie Klopp es nannte: „Outstanding.“

Manuel Neuer würde da gar nicht mal widersprechen. Die Qualität des Torabschlusses hatte auch ihn beeindruckt, allerdings auf eine andere Weise. Der Torwart empfand eher eiskaltes Grauen als funkelnde Begeisterung, als er eine Stunde nach dem Spiel seine Begegnung mit Liverpools Linksaußen wiedergab. Lang und weit war der Pass von Virgil von Dijk gesegelt, „in die innere Linie“ der Abwehr und damit in Neuers Hoheitsgebiet. Dort unterlief dem Schlussmann eine folgenschwere Fehleinschätzung: „Ich bin davon ausgegangen, dass er den Ball nicht so weltklasse annimmt.“ Er spekulierte auf die eine Laufrichtung, Mané wählte die andere.

Teil der Generationendebatte

Neuer war mit seiner unglücklichen Aktion also nicht allein, auch Ersatzrechtsverteidiger Rafinha hatte in Abwesenheit des gesperrten Joshua Kimmich schlecht ausgesehen. Aber die meisten Blicke hafteten trotzdem auf jenem Mann, den sein Trainer Niko Kovac noch am Vortag als „unsere Lebensversicherung“ bezeichnet hatte. Diesem Prädikat, das er sich nicht nur in vielen seiner seit Mittwoch 100 Champions-League-Spiele verdient hat, wurde er diesmal nicht gerecht. Beharrlich wies der Tormann zwar darauf hin, im Moment der Entscheidung keine andere Wahl gehabt zu haben, aber seine Argumentation stand auf wackeligen Beinen: „Er hat den Ball einfach zu gut angenommen.“

Der Blick auf Neuer ist zuletzt kritischer geworden, ohne dass er dazu viel beigetragen hätte. Im Gegenteil, nach der langen Verletzungspause hat er seine Leistungen wieder auf hohem Niveau stabilisiert, doch das reicht nicht mehr, um sich der Generationendebatte zu entziehen, die in den vergangenen zehn Tagen rasant an Fahrt aufgenommen hat. Die aus Altersgründen aus dem DFB-Kader verbannten Weltmeister Müller, Hummels und Boateng sind 29 beziehungsweise 30. Manuel Neuer wird Ende des Monats 33.

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