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Ist fürs Finale rechtzeitig fit geworden: Manuel Neuer.

Manuel Neuer

Manuel Neuer ist beseelt davon, das fünfte Mal den Cup zu gewinnen

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Manuel Neuer soll erst im Pokalfinale dem FC Bayern und dann noch der Nationalelf helfen.

Für einen Fußballtorhüter gibt es kaum etwas Schöneres als einen gepflegten Rasen. Im weitläufigen Olympiastadion haben die frische Luft und das viele Licht, die hier im Gegensatz zu den umbauten Arenen noch auf die Spielfläche fallen, definitiv gut getan. Als habe jemand vorher mit der Nagelschere jeden Halm einzeln gestutzt für das Abschlusstraining, das allein der FC Bayern in Berlin abhielt. Pokalgegner RB Leipzig hatte lieber daheim am Cottaweg geübt und sich am Freitagnachmittag auf eine Platzbegehung beschränkt.

Insofern konnte sich Manuel Neuer einen minimalen Vorteil gegenüber seinem Pendant Peter Gulacsi erarbeiten. Ansonsten muss der Keeper und Kapitän des FC Bayern einen ziemlichen Praxisrückstand aufholen. Seitdem am 14. April im Bundesligaspiel bei Fortuna Düsseldorf (4:1) einige Muskelfasern der linken Wade rissen, hat der 33-Jährige nicht mehr das Münchner Heiligtum bewacht. Aus den ursprünglich veranschlagten zwei Wochen wurden sechs Wochen Pause, was automatisch wieder Mutmaßungen über die Belastbarkeit des Ballfängers aufwarf. „Ich habe wie viele Sportler ein gutes Körpergefühl. Ich wusste gleich, was es ist“, erklärte Neuer rückblickend zum Malheur. Nun aber geht der Blick bei ihm nach vorn. Am Freitag begleitete er Trainer Niko Kovac auch zur Pressekonferenz – im akkuraten Klubanzug.

Ulreich im zweiten Glied

„Ein Finale ist immer ein besonderes Spiel. Ich war leider im letzten Jahr nicht dabei. Wir als FC Bayern wollen unbedingt die Saison positiv abschließen. Das ist unser großes Ziel“, sagte Neuer. Die Rückkehr für solch ein Highlight ist freilich auch ein Risiko. Aber der Torwart ist beseelt davon, das fünfte Mal den Cup zu gewinnen. Der gebürtige Gelsenkirchener hat hier vor acht Jahren als junger Tormann die Trophäe mit dem FC Schalke 04 gegen den Zweitligisten MSV Duisburg (5:0) gewonnen. Es war sein erster Titel. Trainer damals übrigens: Ralf Rangnick. Nun will Neuer zum Pokalfinale 2019 einen aktiven Beitrag leisten, und das Gute beim FC Bayern ist, dass Vertreter Sven Ulreich sich jederzeit klaglos ins zweite Glied einreiht.

„Ich gehe davon aus, dass ich gegen Leipzig wieder im Tor stehen werden, wenn alles gut geht in dieser Woche“, hatte Neuer bereits nach der Meisterparty gesagt, in der er so freundlich war, die an ihn übergebene Schale unverzüglich der verabschiedeten Troika mit Franck Ribery, Arjen Robben und Rafinha weiterzureichen. Da war die Nummer eins im richtigen Moment zurückgetreten.

Aus der Geste ist allerdings keine falsche Zurückhaltung abzuleiten. Nachdem Neuer wieder 36 Pflichtspiele gemacht hat, will er diese Saison nicht im Krankenstand ausklingen lassen. Als Blaupause kann ihm das vergangene Jahr dienen, als sich der Modellathlet auf den allerletzten Drücker nach einem dreifachen Mittelfußbruch noch nach dem Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (1:3) zurückkämpfte, um bei der WM im Russland zwischen den Pfosten zu stehen. An seinen Darbietungen lag das Desaster zwar am wenigsten, allerdings stand Joachim Löw später in der Kritik, die Tür so lange offen zu halten. Doch hinter seinem Torwart steht der Bundestrainer unverrückbar.

Dessen Klubkollegen Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng sind zwar bei der DFB-Auswahl aussortiert, nicht aber die Nummer eins. Und so steht Löws Vertrauensmann auch für die WM-Qualifikationsspiele in Weißrussland (8. Juni) und gegen Estland (11. Juni) im Kader. Die Berufung erfolgte allerdings unter Vorbehalt. „Bei Manu werden wir abwarten, wie der Heilungsprozess in den nächsten Tagen voranschreitet“, teilte Löw mit. Daher ist das heutige Endspiel ein doppelter Belastungstest. Weil Herausforderer Marc-André ter Stegen verletzt ausfällt, würde bei Neuers Absenz wohl Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt zum Zuge kommen.

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