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Mainzer Spaßbremsen

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Von: Frank Hellmann

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Jubel im Doppelpack: Torschütze Ingvartsen dankt Flankengeber da Costa. dpa
Jubel im Doppelpack: Torschütze Ingvartsen dankt Flankengeber da Costa. dpa © dpa

In fast schon guter Tradition düpieren die effizienten Nullfünfer mal wieder Werder Bremer.

Es ist nach dem Auftaktwochenende auf dem Bremer Freimarkt zu vernehmen, dass die Belustigung beim größten Volksfest des Nordens zwischen Festzelten und Fahrgeschäften früher unbeschwerter verlief. Als Corona noch eine Biersorte und Gas noch billig war. Gedämpfte Stimmung bei dem einen oder anderen Besucher hatte aber auch ursächlich mit dem Rückschlag zu tun, den am Samstagnachmittag der SV Werder erlitten hatte. Wie die Vollbremsung in einer Achterbahn fühlte sich die 0:2-Heimniederlage im Weserstadion gegen den FSV Mainz 05 an. In fast schon guter Tradition spielten die Rheinhessen am Osterdeich mal wieder die Spaßbremsen.

Nur zur Erinnerung: In Werders Abstiegssaison war ein 0:1-Nackenschlag gegen Mainz am 30. Spieltag ein Wegweiser des Absturzes, in der Spielzeit zuvor hatten die Grün-Weißen gar ein 0:5-Debakel zu Hause beklagt. Mainz scheint sich auf den Beutezug an der Weser spezialisiert zu haben. „Es war ein solider, routinierter, abgeklärter Sieg, vorwiegend in der zweiten Halbzeit. Das kennt man so nicht unbedingt bei Mainz 05“, lobte Sportdirektor Martin Schmidt.

Cheftrainer Bo Svensson bekundete: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. In der zweiten Halbzeit haben wir es clever gemacht, das Spiel kontrolliert.“ Der Däne sprach aufgrund der Ausfälle im Defensivbereich von der besten Teamleistung dieser Saison. Ohne Kapitän Silvan Widmer, Maxim Leitsch und Stefan Ball standen die Gäste trotzdem zumeist stabil – und zogen auch dem hochgelobten Sturmduo Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug den Zahn.

„Man hatte nicht das Gefühl, dass wir an Qualität verloren, sondern das aufgefangen“, sagte der diesmal in der Innenverteidigung aufgebotene Dominik Kohr. Ähnlich sah es der für Widmer auf der rechten Seite spielende Danny da Costa. „Es zeichnet uns aus, dass wir trotz Rückschlägen immer in der Lage sind, eine gute Truppe auf den Platz zu bringen“, bekundete der ehemaliger Frankfurter. Seine präzise Flanke war es, die Stürmer Marcus Ingvartsen fand, dessen präziser Kopfball dem Spielverlauf zunächst nicht völlig entsprach (36.). Danach aber stellten die Rheinhessen die bessere, weil abgeklärtere Elf, die nur auf die vielen Bremer Ballverluste warten musste. Der von Anton Stach klug eingesetzte Jae-Sung Lee (66.) machte früh alles klar und bescherte den Nullfünfern eine gelungene Generalprobe für das Pokalspiel am Dienstag (18 Uhr) beim VfB Lübeck.

Diese Pflichtaufgabe beim Spitzenreiter der Regionalliga Nord sollte seriös erledigt werden, danach steht das Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Freitag, 20.30 Uhr) an, bei dem der vorübergehende Sprung auf einen Champions-League-Rang möglich ist. So schnell kann es nach oben gehen. Bundesliga fühlt sich halt für viele Klubs immer auch wie eine Achterbahnfahrt auf einem Volksfest an. hel

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