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Hat Mut und Freude zurückgebracht zu den Mainzern: Trainer Bo Svensson.
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Hat Mut und Freude zurückgebracht zu den Mainzern: Trainer Bo Svensson.

Fußball-Bundesliga

Mainzer Sensation

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Mit einer Zurück-zu-den-Wurzeln-Strategie der zerstörte Mainzer Mikrokosmos viel schneller als gedacht in Ordnung gebracht worden. Ein Kommentar.

Es ist erstaunlich, dass der FSV Mainz 05 sich auf leisen Sohlen von einem Abstiegsplatz in der Fußball-Bundesliga entfernt hat. Einen Tag vor Weihnachten, nach dem Aus im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten VfL Bochum, glich der Klub einem Trümmerfeld. Der zweite Trainer der Saison, Moritz Lichte, verbraucht, der Sportvorstand Rouven Schröder entmachtet, die Mannschaft in Einzelteile zerlegt, die Klubführung und der Aufsichtsrat voneinander entfremdet, die Fans desillusioniert, die Kasse leer - und Christian Heidel noch im Nachdenkmodus, ob er sich das tatsächlich antun sollte. Gut für Mainz 05, dass er sich an Heiligabend dazu durchgerungen hat.

Seitdem ist mit einer Zurück-zu-den-Wurzeln-Strategie der zerstörte Mainzer Mikrokosmos viel schneller in Ordnung gebracht worden, als Heidel das selbst in kühnsten Träumen gedacht hätte. Der gute alte Bekannte Martin Schmidt hat als neuer Sportchef drei perfekte Leihen getätigt. Danny da Costa, Dominik Kohr aus Frankfurt und Robert Glatzel aus Cardiff heben Mainz 05 auf ein höheres Niveau. Trainer Bo Svensson – mit Heidel und Schmidt der dritte Rückkehrer, der genau weiß, wie Mainz tickt – hat der Mannschaft eine mutige Spielweise verordnet. Das ist bemerkenswert, weil unüblich in der Bundesliga, wo gerade Teams wie der 1. FC Köln, Arminia Bielefeld, der FC Augsburg oder auch Werder Bremen auf Defensivstrategien setzen.

Seit der ehemalige Verteidiger Svensson zurück bei den Nullfünfern ist, trauen sie sich wieder nach guter alter Klopp-Tuchel-Schule, mit aggressivem Forechecking Bälle weit in des Gegners Hälfte zu gewinnen. Zudem rennen sie mehr, intensiver und schneller und verteidigen kompromissloser. Die Gegentorquote ist so von 2,71 pro Spiel um mehr als die Hälfte auf 1,27 gesenkt worden. Dass Svensson das mit einem zuvor derart instabilen Gebilde geschafft hat, ist im Grunde eine Sensation. Bis jetzt jedenfalls.

Tatsächlich war das Trio Heidel/Schmidt/Svensson ja gar nicht mit dem vordringlichen Ziel angetreten, unbedingt den Klassenerhalt zu schaffen. Stattdessen hatten sie sich darauf verständigt, eine Entwicklung zurück zu den Mainzer Wurzeln anzustoßen, in die der Abstieg als mögliches Szenario eingepreist war. Nach nur sieben Punkten in der gesamten Vorrunde war das ein realistischer Ansatz. Die aktuelle Überperformance präsentiert die Mainzer mit 17 Punkten auf Rang fünf der Rückrundentabelle, hinter Eintracht Frankfurt und vor Borussia Dortmund.

Es ist nun interessant, wie die Mannschaft mit der neuen Situation auf einem Platz, der zum direkten Klassenerhalt reicht, umgehen wird. Crux des Spielplans: Die drei nächsten Gegner sind die unmittelbaren Tabellennachbarn Bielefeld, Köln und Hertha BSC. Svensson wiederholt zwar gebetsmühlenartig, dass ihn die Tabelle nicht interessiert, aber er weiß natürlich auch, dass das nur ein psychologischer Kniff ist. Wenn die Tabelle nicht interessieren würde, wäre er ja gar nicht da.

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