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Mainzer Heimspiel in Hoffenheim

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Von: Frank Hellmann

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Leandro Barreiro hat sich beim FSV Mainz 05 wieder einen Platz erkämpft.
Leandro Barreiro hat sich beim FSV Mainz 05 wieder einen Platz erkämpft. © IMAGO/Martin Hoffmann

Auswärtsstarke Mainzer können mit viel Unterstützung auf einen Champions-League-Rang klettern.

Es ist stets bemerkenswert, mit welcher Gelassenheit Bo Svensson die Bodenhaftung beschwört. Der gute Start mit dem FSV Mainz 05 sei „ein Flow von Ergebnissen, aber kein Flow von Leistungen“. Und ob seine Mannschaft nach fünf Spieltagen, zwei, sechs, zehn oder zwölf Punkte auf dem Konto hätte, dozierte der dänische Fußballlehrer am Donnerstag, sei zweitrangig. Er schaue nur auf die Inhalte.

Nun reisen die Rheinhessen (mit übrigens zehn Zählern) die gut 100 Kilometer nach Sinsheim zum Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim. Zu einem ein Klub, der seit der Corona-Krise größte Probleme hat, sein Stammpublikum zu reaktivieren. Deshalb decken sich Nullfünfer-Fans mit Karten aus den Bereichen neben dem ausverkauften Gästeblock ein. Bis zu 4000 Anhänger:innen könnten es werden, die am Samstag den (vorübergehenden) Sprung auf einen Champions-League-Rang bejubeln könnten. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht.

Vier Auswärtsspiele hintereinander hat Mainz saisonübergreifend gewonnen und könnte den von Thomas Tuchel 2010/11 aufgestellten Vereinsrekord einstellen. „Nicht richtig erklärbar“, findet Svensson, sei die Vorliebe für Partien auf fremden Plätzen, er sei sich nur sicher, „dass wir ein Auswärtsspiel wie jetzt in Mönchengladbach im letzten Jahr verloren hätten“.

Der Reifeprozess schreitet unaufhörlich voran, nur bekommt es abseits der Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz kaum jemand mit. Vielleicht aber der Bundestrainer, denn Hansi Flick wird sehr genau verfolgen, ob der jetzt auch noch über Hüftprobleme klagende Anton Stach ein Bankdrücker bleibt.

Svensson verzichtete vergangenen Sonntag im Borussia-Park erstmals seit April wieder auf Stach in der Startelf. Er stellt niemand auf, nur weil er Nationalspieler geworden ist. Der 23-jährige Schlaks muss wieder mehr tun, der fast einen ganzen Kopf kleinere Leandro Barreiro hat derzeit (neben dem gesetzten Dominik Kohr) im zentralen Mittelfeld die Nase vorn. „Ein ehrgeiziger, reifer Junge, ein Vollprofi. Wenn auf einen Spieler Verlass ist, dann auf Leandro Barreiro“, lobte der Cheftrainer den 22-jährigen Luxemburger. Dass Svensson es sich leisten kann, auf einen WM-Kandidaten zu verzichten, beweist die gestiegene Qualität dieses Klubs.

Svensson sieht aber auch beim Gegner eine Menge „individueller Qualität“: bei den Neuzugängen Angelino und Grischa Prömel, dazu bei Andrej Kramaric und Georginio Rutter, auch sein Landsmann Robert Skov. „Wir müssen an unsere Stärken glauben und dürfen nicht nur staunen, wenn Sachen bei uns mal nicht so laufen.“ Aber auch da klang der 43-Jährige gelassen.

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