1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Mainzer Feiertag gegen Köln

Erstellt:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Zwei Mainzer Torschützen: Dominik Kohr (Mitte) und Anton Stach (rechts).
Zwei Mainzer Torschützen: Dominik Kohr (Mitte) und Anton Stach (rechts). © dpa

Nach dem Sieg gegen 1. FC Köln befindet sich der FSV Mainz 05 in Gefilden, die er lange nicht mehr kannte.

Der FSV Mainz 05 hat sich für eine Nacht auf einen Platz geschossen, der die Rheinhessen zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Aber das ist nach dem 4:0 (3:0) gegen den 1. FC Köln natürlich nur eine Momentaufnahme. Immerhin eine, die die Fans der Nullfünfer glücklich machte. Sie wissen jetzt, dass ihre in dieser Saison zuvor notorisch heimschwache Mannschaft auch im eigenen Stadion eindrucksvoll Fußball spielen und gewinnen kann. Dabei kamen ihnen die Gäste allerdings entgegen. Ihr Verteidiger Luca Kilian holte sich schon nach einer knappen halben Stunde eine Gelb-Rote Karte ab.

In der nahezu ausverkauften Arena sorgten beide Anhängerschaften für ordentlich Stimmung. Vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick blieb es aber bald nur noch auf Mainzer Seite freudig erregt. Denn schon nach zehn Minuten zeigte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt. Karim Onisiwo war dem schlecht postierten Ex-Mainzer Kilian entkommen. Verzweifelt versuchte der Verteidiger, den Mainzer Stürmer noch zu stellen. Doch der lief Kilian quer vor die Füße, nahm etwas Tempo aus seinem Lauf, so dass er vom Kölner Stopper im Strafraum gelegt wurde. Beschwerden der Kölner Spieler gingen zu Recht ins Leere. Da hätte sich Kilian, einst von Bo Svensson gewogen und für zu leicht befunden, schon ein wenig schlauer anstellen müssen. Marcus Ingvartsen erledigte sodann seinen Job und traf per Strafstoß zum 1:0. Der Däne strotzt angesichts seiner persönlichen Torflut sichtbar vor Selbstvertrauen.

Ab der 28. Minute waren die Mainzer dann in Überzahl. Kilian, der schon für sein frühes Foul an Onisiwo im Strafraum Gelb gesehen hatte und damit noch recht gut bedient war, gierte geradezu nach einem vorzeitigen Ende seiner Dienstzeit. Diesmal war er wieder zu langsam und wusste sich an der Außenlinie nicht anders zu helfen, als wiederum Onisiwo über dieselbe zu checken. Eine selten dämliche Aktion des in Köln inzwischen doch eigentlich zu einem zuverlässigen Verteidiger gereiften Defensivspielers. Referee Jöllenbeck blieb gar nichts anderes übrig, als Kilian vom Platz zu stellen. Da konnte Kapitän Jonas Hector noch so sehr lamentieren. Wieso, bleibt das persönliche Geheimnis des Ex-Nationalspielers.

Onisiwo ragt heraus

Bald darauf stand es 2:0. Wieder hatte der überragende Österreicher Onisiwo seine Füße im Spiel. Diesmal erlief er einen fein getunten Pass von Linksverteidiger Aaron Martin, spielte zur Mitte, wo nach ein bisschen Flipper dann der Ex-Frankfurter Dominik Kohr nur noch einzuschieben brauchte (36.). Zwei Tore voraus, dazu in Überzahl – besser hätte es für die Mainzer bis zu diesem Zeitpunkt nicht laufen können. Und es kam noch besser. Drei Minuten später drosch der bis dahin ein wenig unglücklich agierende Anton Stach nach feiner Vorarbeit von Jae sung Lee (der zudem noch gleich zu Beginn die Latte getroffen hatte) den Ball flach und platziert zum 3:0 ins Kölner Tor.

Nach der Pause feierten sich die Kölner Fans ein bisschen selbst, sangen ihr rheinisches Liedgut und zündelten beharrlich. Der Spanier Aaron markierte mit einem kunstvollen Freistoß (73.) das 4:0, ehe Onisiwo sich mit dem 5:0 (84.) für seine Topleistung belohnte und das schöne Mainzer Bild abrundete.

Auch interessant

Kommentare