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Aufbauhelfer: Der Mainzer Torhüter Robin Zentner.  

Fußball-Bundesliga

Mainz zittert vor Bayern-Spiel

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Bundesligist FSV Mainz 05 ändert mit Rücksicht aufs Wetter vor Spiel gegen die Bayern das Trainingsprogramm. Die Bilanz ist verheerend. Trainer Achim Beierlorzer spricht aber Mut zu.

Ein Trainer ist ja auch nur ein Mensch, selbst im Profifußball ist das nicht anders, jedenfalls bei den meisten Übungsleitern. Was bedeutet, dass sie ihr Trainingsprogramm in der Regel den Witterungsverhältnissen anpassen. Will heißen: Wenn es draußen regnet und stürmt, empfiehlt es sich keineswegs, Freistöße oder Eckbälle zu üben. Man steht dabei schlicht zu viel rum und holt sich womöglich eine Erkältung. Ergo hat Achim Beierlorzer am Dienstag den Plan verworfen, mit seiner Mannschaft Standardsituationen zu trainieren. „Heute war das Wetter so eklig. Die Spieler zittern immer noch alle“, sagte der Chefcoach von Mainz 05 nach der Einheit. „Wir müssen die Spieler ja auch gesund erhalten, also haben wir das Thema vom Zettel genommen.“

Berühmt dafür, auch bei Wind und Wetter und Temperaturen um drei, vier, fünf Grad nur allzu gerne Übungen ohne Gymnastikmatte am Boden anzuordnen, war einst der gefürchtete Schleifer Felix Magath. Abgeschlossene Vergangenheit.

Der gelernte Pädagoge Beierlorzer ist da natürlich anders gestrickt. Aber defensive Standards hätte der 52-Jährige schon gern geübt, schließlich hat sein Team vor der Partie daheim am nächsten Samstag gegen den turmhohen Favoriten FC Bayern in dieser Saison bereits 14 Gegentore nach Ecken oder Freistößen kassiert, zuletzt beim 1:3 in Mönchengladbach deren zwei. Und zwar zwei von der Sorte: Kreisklasse, darf so nie und nimmer passieren. Trainer Beierlorzer hat die Schwerpunkt der Videoanalyse genau darauf gelegt, denn beim Videogucken ist es in dem kleinen Kinokomplex, den die Mainzer seit Beginn der Saison ins Trainingszentrum integriert haben, so schön mollig warm. Beierlorzers Botschaft: „Wir dürfen Standardsituationen so nicht verteidigen. Wir brauchen da mehr Entschlossenheit und mehr Verantwortungsbewusstsein.“

Gegen die riesengroßen Bayern wird das sicher nötig sein, denn es steht zu erwarten, dass der formstarke Titelverteidiger eine Menge Ecken und bestimmt auch ein paar Freistöße in Strafraumnähe herausholt.

Letzter Heimsieg war 2011

Ganz grundsätzlich hat Mainz 05 mittlerweile eine ernüchternde Misserfolgsbilanz gegen den Abo-Meister vorzuweisen. Auswärts gab es zuletzt 1:12 Tore in zwei Spielen. Daheim gingen die letzten sieben Partien gegen die Roten jeweils verloren. Die letzte Siege vor eigenem Publikum rühren aus dem August 2009 und November 2011. Seinerzeit coachte der blutjunge Bundesligatrainer Thomas Tuchel, just vom damaligen Manager Christian Heidel aus der A-Jugend in den Profifußball befördert, die Nullfünfer zu verwegenen 2:1- und 3:2-Erfolgen. Das waren noch Zeiten!

Um ehrlich zu sein: Ein derartiger Coup ist von der nach Werder Bremen und dem SC Paderborn drittschwächsten Heimmannschaft am Samstag in der ausverkauften Arena nicht zu erwarten. Beierlorzer erinnert sich ans vergangene Wochenende: „Schalke ist nach dem Heimsieg gegen Gladbach mit breiter Brust nach München gefahren, hat mal eben schnell fünf gekriegt und hätte noch mehr kriegen können.“ Ergo: „Gegen Bayern in deren Verfassung zu spielen – da sagt man jetzt nicht, das ist das allerschönste.“ Einerseits. Andererseits: „Jetzt könnten wir sagen: ,Wir Armen, jetzt müssen wir gegen die Bayern spielen´. oder wir sagen: ,Das ist ein Plusspiel. Wir können die Sensation schaffen. Eigentlich haben wir doch gar nichts zu verlieren.´“ Beierlorzer tendiert ganz stark zu letzterem: „Lieber das Positive sehen, die Hoffnung auf Erfolg, nicht die Angst vorm Misserfolg. Die hemmt doch nur.“

Derweil ist Mittelfeldspieler Alexandru Maxim kurz vor Ende der Transferfrist zum türkischen Erstligisten Gaziantep FK verliehen worden. Der allzu verspielte Rumäne – seinerzeit für drei Millionen Euro aus Stuttgart gekommen – ist in Mainz nie glücklich geworden und gehört auch unter Beierlorzer, wie schon zuvor unter Sandro Schwarz, nicht im Entferntesten zur Stammelf. „Alexandru kam mit dem Wunsch auf uns zu, bei einem anderen Klub mehr Spielzeit zu bekommen. Dem haben wir entsprochen“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder zufrieden.

Wie der Trainer von Mainz 05, Achim Beierlorzer, mit dem Mainzer Kunde umgeht, der bei der Auswechslung seinen Handschlag missachtet.

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