+
Mann des Abends: Jean-Philippe Mateta.

Mainz gegen Freiburg

Mainz wie im Rausch

  • schließen

Mainz 05 schafft mit dem furiosen 5:0 gegen den SC Freiburg das ersehnte Erfolgserlebnis.

Ein Sieg als Blitzableiter in stürmischen Zeiten. Mit dieser plakativen Botschaft hatte das Stadionmagazin „der Nullfünfer“ aufgewartet, um beim FSV Mainz 05 die Dringlichkeit eines Erfolgserlebnisses zu unterstreichen. Tatsächlich hat es am Freitagabend einen echten Energieschub gegeben: Der 5:0 (3:0)-Erfolg diente nach düsteren Wochen als das ersehnte Erweckungserlebnis. Den in jeder Hinsicht zur Versöhnung wie gemachten Fußballabend krönten die Tore von Jean-Paul Boëtius (20.), Jean-Philippe Mateta (26., 33. und 77) und Karim Onisiwo (73.). Die letzten Zweifel am Klassenerhalt dürften sechs Spieltage vor Saisonende am Nischenstandort zerstreut sein, der einen seiner höchsten Bundesligasiege erlebte. Mit demselben Resultat hatte Mainz einst den SC Paderborn (31. Januar 2015) und eben auch Freiburg (5. März 2005) auf die Heimreise geschickt.

Nach sieben teils ernüchternden Niederlagen in den vergangenen acht Partien herrschte zuvor bei den Rheinhessen Einigkeit, dass es Veränderungen bedurfte. In der Einstellung, aber auch der Aufstellung. Trainer Sandro Schwarz ließ gleich zwei gesetzte Stammkräfte außen vor: Daniel Brosinski und Stefan Bell. Abwehrchef und Wortführer Bell, für den der etatmäßige Kapitän Niko Bungert einen engagierten und bei seiner Auswechslung später mit reichlich Szenenapplaus bedachten Auftritt in der Innenverteidigung hinlegte, stand nicht einmal mehr im Kader. „Stefan hat das professionell aufgenommen. Natürlich hat der Trainer mit ihm geredet und nicht einfach ein Kreuz auf der Liste gemacht“, erklärte Sportvorstand Rouven Schröder.

Gerüchte um Schröder

Der 43-Jährige war am Spieltag selbst Gegenstand von Spekulationen geworden, er solle ei Borussia Mönchengladbach den sportlichen Bereich erweitern. In einer Funktion unter einem übergeordneten Sportvorstand Max Eberl, um eine kreative Transferpolitik mitzugestalten. „Ich habe einen langfristigen Vertrag, mehr muss ich dazu nicht sagen“, entgegnete der gebürtige Sauerländer, der ein klares Dementi vermissen ließ.

So zögerlich sich Schröder äußerte, begann das Mainzer Team auch. U21-Nationaltorwart Florian Müller musste einen Flatterball von Pascal Stenzel an die Latte lenken, um einen Rückstand zu verhindern (9.). Doch dann leistete Gegenüber Alexander Schwolow Aufbauhilfe: Sein Katastrophenpass in Boëtius‘ Füße nutzte der niederländische Techniker direkt aus fast 30 Metern zur in dieser Phase völlig unverhofften Führung. Nun zeigte der Gastgeber aber tatsächlich das von Schwarz geforderte Mainz-05-Gesicht: Eine perfekte Umschaltbewegung mit dem spielfreudigen Boëtius nutzte der durchsetzungsstarke Mateta zum 2:0, dann drosch der dynamische Franzose die Kugel nach Aaron-Zuspiel auch noch zum 3:0 ins Netz. Die Elf von Christian Streich schien in jenen Szenen von allen guten Geistern verlassen, während der exaltierte Jubel der Männer in den roten Jerseys vor den 27 305 Zuschauern die pure Erleichterung verriet.

Dass die Breisgauer lange den gepflegteren Fußball gespielt hatten, ließ sich verschmerzen. Ebenso die anfangs schwächere zweite Halbzeit. Dem eingewechselten Karim Onisiwo gelang in einer perfekten Aktion der vierte Treffer, ehe sich Mittelstürmer Mateta mit einem Flugkopfball nach Onisiwo-Flanke das dritte Mal in die Torschützenliste eintrug. Dass die Mainzer gleichwohl auf der Zielgerade eine lange Siegesserie hinlegen, ist nicht unbedingt zu erwarten. Am kommenden Samstag geht es zum Spitzenreiter Borussia Dortmund.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion