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Mainz gegen Union: Frohsinn nach innen

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Von: Frank Hellmann

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Befreiungsschlag im Fastnachtstrikot: der Mainzer Karim Onisiwo (re.) gegen Christopher Trimmel von Union Berlin.
Befreiungsschlag im Fastnachtstrikot: der Mainzer Karim Onisiwo (re.) gegen Christopher Trimmel von Union Berlin. © imago images/HJS

Trainer Bo Svensson arbeitet in Mainz ähnlich wie Union-Coach Urs Fischer.

Wie schlecht es vor nicht allzu langer Zeit noch um den FSV Mainz 05 bestellt war, zeigt vor dem Heimspiel gegen Union Berlin (Sonntag 15.30 Uhr) der Blick zurück. Als nämlich die Eisernen das letzte Mal in der Arena am Europakreisel vorspielten, trugen die Hausherren ihre kunterbunten Fastnachtstrikots. Auch im Geisterspielbetrieb an der Gepflogenheit vor dem närrischen Treiben festzuhalten, erschien ehrenwert, aber trotz eines 1:0-Arbeitssieges war damals niemand nach Frohsinn zumute.

Es ging damals gegen recht biedere Köpenkicker allein darum, irgendwie Anschluss zu halten. Die Nullfünfer waren am 20. Spieltag der Vorsaison trotz eines von Trainer Bo Svensson eingeleiteten Aufwärtstrends noch Vorletzter. Mit kargen 13 Punkten. Wenn nun Mainz gegen Union antritt, empfängt der Sechste den Achten.

Die Indizien sind erdrückend, dass beide Klubs diese Saison ohne großen Sorgen meistern werden. Obwohl weder Svensson noch sein Gegenüber Urs Fischer so etwas sagen würde. Vielleicht begegnen sich zwei der am meisten unterschätzten Fußballlehrer, denn der Däne wie der Schweizer kommen fast gänzlich ohne kesse Sprüche oder reißerische Ansagen aus. Die Überzeugungskraft ist allein nach innen gerichtet – an die wichtigsten Adressaten: die Spieler, Die müssen überzeugt werden, und da finden Svensson, 42, wie Fischer, 55, mit ihrem sachlich orientierten Wesenskern den richtigen Zugang.

Deshalb sind die außerhalb der rheinhessischen Wirkungskreises gerne herausgeholten Vergleiche mit Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel, obwohl Svensson mit beiden zusammengearbeitet hat, auch etwas irreführend. Weder ist er ein Entertainer wie Liverpools Kultfigur Klopp, der einen ganzen Saal auch mit fußballfremden Themen unterhalten kann. Noch ist er ein Lehrmeister wie Chelseas Champions-League-Hero Tuchel, der bei Grundsatzfragen aufblühen kann. Und Svensson? „Man spürt, dass er zwar nicht viel rauslassen will, aber dass er zu 100 Prozent weiß, was er zu tun gedenkt. Und das hat oft bis immer Sinn und Verstand“, urteilte gerade die „Allgemeine Zeitung“.

Ingvartsen im Blickpunkt

Seine klare, unmissverständliche Ansprache kommt an, wobei sich der Familienvater auch als verständnisvoller Förderer geben kann. Die taktische Ausrichtung ist übrigens zwischen Mainz und Union, trotz ähnlicher Trainertypen und Grundordnungen, unterschiedlich, verriet dieser Tage mit Marcus Ingvartsen ein Profi, der es wissen muss. Der auf den letzten Drücker von der Alten Försterei an den Bruchweg gewechselte 25-Jährige sagte: „In Mainz stehen wir höher, versuchen den Gegner stärker zu stressen, was viele intensive Läufe und Sprints verlangt.“

Der dänische Nationalspieler hat wegen der Meniskus-Verletzung von Adam Szalai und den wechselhaften Leistungen von Karim Onisiwo gegen seinen Ex-Klub reelle Chancen, auf seinen ersten Startelfeinsatz im Mainzer Trikot, das wieder ganz in den Vereinsfarben Rot-Weiß gehalten ist. Fastnacht und Abstiegskampf waren gestern.

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