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Mainz gegen Augsburg: Alles Schnee von gestern

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Von: Frank Hellmann

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Wieder besser in Form: der Mainzer Angreifer Jonathan Burkardt.
Wieder besser in Form: der Mainzer Angreifer Jonathan Burkardt. © dpa

Der FC Augsburg und Mainz 05 schieben ihre Streitereien vor dem Nachholspiel beiseite.

Wer die beiden Pressekonferenzen vom FSV Mainz 05 und FC Augsburg am Dienstag auf digitalem Wege vor dem Nachholspieltermin (Mittwoch, 18.30 Uhr) verfolgte, der konnte gar nicht glauben, dass sich beide Vereine kürzlich verbal so ineinander verkeilt hatten. Sowohl die Fragestunde bei Bo Svensson, dem Cheftrainer der Nullfünfer, als auch nur eine Viertelstunde später bei Markus Weinzierl, dem Chefcoach des FCA, war geprägt vom Bestreben, die Scharmützel der Vergangenheit nicht mehr zu bemühen.

„Keine Ahnung. Das weiß ich nicht. Von unserer Seite nicht“, entgegnete Svensson kurz auf die Frage, ob die besondere Vorgeschichte mit der von Augsburger Seite vehement kritisierten Spielabsage noch eine Rolle spiele. Zur Erinnerung: Nach einem Corona-Massenausbruch hatten die Rheinhessen die Partien gegen Borussia Dortmund und in Augsburg verlegen können, weil unter den vielen infizierten Akteuren alle drei Profi-Torhüter waren. Vor allem FCA-Manager Stefan Reuter echauffierte sich damals mächtig über die Mainzer, deren Vorstand Christian Heidel öffentlich Kontra gab. „Die von ihm vorgetragenen Argumente sind interessant, aber haben mit unserem Antrag, dessen Inhalt er nicht kennt, nichts zu tun.“ Während die Mainzer eine Grundsatzdebatte anregen wollten, dass freigetestete Spieler nicht gleich wieder gesund sind, wollten die Augsburger damals unbedingt spielen.

Drei Auswärtsspiele in Folge

Offenbar haben die Trainer begriffen, dass es zum Nachholtermin wenig bringt, die damals festgefahrenen Standpunkte zu wiederholen. Weinzierl verspürte keinerlei Lust, auf seinen spontan nach der Verlegung durch die DFL geäußerten Vorwurf („eine Farce“) einzugehen: „Schnee von gestern. Wir leben im Jetzt und schauen nicht mehr zurück.“

Rückenwind gebe seiner Mannschaft allein der Sonntag. Da landeten die aktuell ebenfalls von Corona-Sorgen geplagten bayerischen Schwaben einen souveränen Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg (3:0). Nun ist sogar die Gelegenheit da, ein Sechs-Punkte-Polster auf den Relegationsrang anzusammeln. Weinzierl: „Ein solch großen Vorsprung würden wir uns sicher nicht mehr nehmen lassen.“

Kollege Svensson könnte im Falle eines Sieges definitiv in eine andere Richtung schauen, weil die Mainzer damit Union Berlin von Platz sieben verdrängen würden. Aber: Erst acht Zähler hat sein Team auf fremden Plätzen geholt, und gerade stehen binnen sieben Tagen drei Auswärtsspiele an. Der Däne stellte aber für diesen Dreierpack – in Mönchengladbach (1:1), in Augsburg und dann noch in Köln (Samstag, 15.30 Uhr) – keinerlei Punkte-Hochrechnung an. Nur eines hielt er fest: „Wenn wir so spielen wie zweite Halbzeit in Mönchengladbach, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir beide Spiele gewinnen.“ Dann hätte man sich sogar als topfitter Anwärter auf einen Europapokalplatz vorne festgebissen.

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