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Ernüchtert: Edmilson Fernandes vom FSV Mainz 05.
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Ernüchtert: Edmilson Fernandes vom FSV Mainz 05.

Mainz 05 – 1. FC Köln 0:1

Mainz döst

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Schlafwagenfußball kostet dem FSV Mainz 05 alle drei Punkte gegen den 1. FC Köln. Sportchef Schröder übt hinterher Generalkritik.

Es herrscht Einigkeit bei Mainz 05 nach dem 0:1 (0:0) daheim gegen den 1. FC Köln: So wird es für den Klassenerhalt nicht reichen. Abgesehen von den letzten 15 Minuten, nachdem die Gäste sich durch eine Gelb-Rote Karte gegen Ondrej Duda fahrlässig dezimiert hatten, präsentierte Mainz 05: nichts! Danach ließen die Nullfünfer noch drei gute Möglichkeiten ungenutzt und verbleiben so mit mageren fünf Punkten auf einem Abstiegsplatz.

Immerhin sparten sie hinterher nicht mit Selbstkritik. „Ich bin gefrustet, sagen zu müssen, dass die letzte Entschlossenheit wieder gefehlt hat“, analysierte Rouven Schröder. Der Sportchef ärgerte sich nicht nur über den „einfachen Ballverlust“ vor dem Gegentor, sondern wurde grundsätzlich: „Mit Glück wirst du nicht in der Liga bleiben. Du musst das Ding mit letzter Überzeugung über die Linie knallen. Das ist das, was uns fehlt.“

Auch Verteidiger Daniel Brosinski beschönigte nichts: „Wir sind erst mit einem Mann mehr richtig ins Spiel gekommen. Das ist dann einfach zu wenig. Da müssen wir selbstkritisch sein.“ Er moniert „Schlafwagenfußball. Wir haben zu langsam nach vorne gespielt und werden im eigenen Stadion ausgekontert.“ Der nach seiner Einwechslung für sichtlich mehr Struktur im Spiel sorgende Kevin Stöger klang ähnlich moll: „Wir können nur ganz wenige positive Dinge mitnehmen. Ich bin sehr enttäuscht und sehr sauer.“

Nach dem Spiel am Dienstagabend bei Hertha BSC dürfte die Partie Samstag zu Hause gegen Werder Bremen mit darüber entscheiden, ob der Bis-auf-Weiteres-Trainer Jan-Moritz Lichte auch nach dem Pokalspiel am 23. Dezember gegen den VfL Bochum noch Chefcoach bleibt.

Dem kleinen Zwischenhoch mit drei Spielen ohne Niederlage und dem bisher einzigen Saisonsieg in Freiburg folgten Niederlagen gegen die Tabellennachbarn Bielefeld und Köln. Eine Aufwärtstendenz ist nicht mehr erkennbar. Bielefeld und Köln zogen den Nullfünfern den Zahn, indem sie weite Teile des Spielfeldes freigaben und sich tief positionierten. Dagegen hatten die Rheinhessen keine Mittel. „Wir haben es nicht geschafft, die Kompaktheit auseinanderzuspielen“, gab Lichte zerknirscht zu. Bremen und Bochum dürften alsbald wenig anders agieren als Bielefeld und Köln.

Es ist in der Tat erschreckend, wie schwach sich Mainz 05 im Pass- und Positionsspiel präsentiert. Dabei handelte es sich doch eigentlich um einen über mehrere Jahre gewachsenen Kader. Es ist der Wurm drin in dieser Mannschaft, und ehrlicherweise weiß niemand, wie dieser Wurm da wieder rauskommen kann. Die größten Hoffnungen können die Mainzer nicht in ihre eigene Stärke setzen, sondern in die Schwäche von Bremen, Bielefeld, Schalke. Der 1, FC Köln dagegen hat mit dem zweiten Auswärtssieg in Folge (zuvor 2:1 in Dortmund) seinen Aufwärtstrend bestätigt. Bis zum Platzverweis von Duda stellten die Rheinländer die bessere Mannschaft und hatten ein klares Chancenplus.

Knüppelharter Januar

Die Punkte, die die Mainzer jetzt gegen unmittelbare Kontrahenten liegengelassen haben, drohen in einen unerquicklichen Januar zu münden. Denn die Gegner lauten dann: Bayern München, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart. Die aus dem Oktober wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich auf den 9. Februar als digitale Veranstaltung verschobene Mitgliederversammlung mit Wahlen zum Aufsichtsrat droht unruhig zu werden. Mainz 05, schon vor dem Auftreten des Virus von zurückgehendem Faninteresse mehr gebeutelt als nahezu alle anderen Erstligisten, ist von der schleichenden Entfremdung der Anhängerschaft mutmaßlich besonders betroffen.

Es braucht jetzt eine kollektive Kraftanstrengung in dem taumelnden Klub. Aber wer ist gerade stark genug, um so etwas anzuschieben? So wie die Profis sich in Bielefeld und gegen Köln über weite Strecken präsentiert haben, scheinen viele die Dramatik der Situation nicht in Gänze kapiert zu haben. Es könnten unselige Weihnachtstage werden. Aber es gibt noch drei Chancen: Berlin, Bremen, Bochum.

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