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Mainz 05 traut sich spät zum Frauenfußball

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Von: Jan Christian Müller

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Freunde und Freundin: Sponsor Marc Habermeyer, Christian Heidel, Heidrun Sigurdardottir und Till Pleuger (von links).
Freunde und Freundin: Sponsor Marc Habermeyer, Christian Heidel, Heidrun Sigurdardottir und Till Pleuger (von links). © Mainz 05

Das erste Spiel der neuen Abteilung nach Übernahme der Frauen des TSV Schott Mainz wird in der Arena ausgetragen, aber erst im Sommer 2023.

Was lange währt, wird endlich gut. Schon vor vielen, vielen Jahren gab es erste Gespräche zwischen dem damaligen Präsidenten des Fußball-Bundesligisten Mainz 05, Harald Strutz, und dem TSV Schott Mainz, im Frauenfußball gemeinsam etwas voranzutreiben.

Doch danach geriet Mainz 05 in eine veritable Führungskrise und hatte genug mit sich selbst zu tun. Jetzt endlich sind die Nullfünfer einer der letzten Männer-Bundesligisten, der sich eine Frauenfußballsparte zulegt. Die 05-Handballerinnen sind schon in Liga zwei, die Fußballerinnen sollen dort hin - und perspektivisch sogar in Liga eins,

Laura Freigang kickte dort

Die Frauen des ambitionierten Breitensportvereins Schott Mainz, der unter anderem Nationalspielerin Laura Freigang (Eintracht Frankfurt) hervorbrachte, spielen derzeit in der Regionalliga. Sie waren zwischen 2015 und 2018 schon mal Zweitligisten, schafften aber die Qualifikation für die dann von zwei Legen auf eine eingleisige Spielklasse reformierte Zweite Frauen-Bundesliga nicht. Da wollen sie wieder hin. Mindestens, wenn auch unter neuem Namen.

Nächste Saison wird Schott mit Mainz 05 für ein Übergangsjahr kooperieren, übernächstes Spieljahr werden die Frauen dann nach der Übernahme in roten 05-Jerseys auflaufen.

Bo Svensson freut sich

Das gaben beide Klubs am Freitag bekannt, und 05-Cheftrainer Bo Svensson freute sich vor der schwierigen Auswärtswoche seiner Profis mit Spielen in Mönchengladbach (diesen Sonntag), Augsburg (nächsten Mittwoch) und Köln (kommenden Samstag) über diese Entwicklung: „Ich finde das super. Das passt zu uns, so wie wir sind.“

Wie viel Geld sie bereit sind, in den Fünf-Jahres-Plan für die Frauen und Mädchen zu stecken, wollte Christian Heidel genau 30 Jahre, nachdem er als Manager bei Mainz 05 angefangen hatte, partout nicht verraten. Es klang nicht so, als habe man sich den ehrgeizigen Nachbarn Eintracht Frankfurt zum Vorbild genommen, der auch bei den Frauen Europa im Visier hat.

Was Heidel indes versprechen kann: Das erste Spiel in 05-Trikots im Sommer 2023 werden die Frauen in der großen Arena austragen dürfen. Vor hoffentlichen etlichen tausend Fans. So ein bisschen Klein-Barcelona-Atmosphäre traut man sich also zu.

Schott-Kapitänin Heidrun Sigurdardottir freut sich sehr über die neuen Perspektiven. Sie hätte „Mega-Bock“ auf das Projekt, sagte die Isländerin bei der eigens organisierten Pressekonferenz. „Ich fühle mich geehrt, dass ich hier eine neue Mannschaft repräsentieren darf.“

Christian Heidel hofft auf Fans

Alles soll Schritt vor Schritt vorangehen. Die Nullfünfer werden in der kommenden Spielzeit die Saisonplanung der Mädchen und Frauenfußballmannschaften des TSV Schott Mainz mitgestalten. Ab der Saison 2023 24 sollen die Frauen und Mädchen des TSV dann komplett unter dem Dach von Mainz 05 spielen, allerdings nicht auf dem Gelände am Bruchwegstadion, sondern weiter bei Schott.

Heidel hofft, dass zukünftig viele 05-Fans den Frauenfußball unterstützen werden und spricht auch über ein „Signal für die Stadt Mainz“. Es bestehe nun „kein Grund mehr, die Stadt zu verlassen, wenn ein Mädchen ambitioniert Fußball spielen will“.

Till Pleuger setzt auf PR

Schott-Vorstand Till Pleuger gibt sich ebenfalls optimistisch. Mit den vorhandenen Finanzmitteln sei in der Regionalliga für einen Klub wie Schott Schluss, nun hofft er nach der Vertragsunterzeichnung mit den Nullfünfern „durch den PR-Sog Interesse für gute Spielerinnen zu wecken“.

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