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Mainz 05: Talente im Stau

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Von: Jan Christian Müller

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Einer seiner wenigen Einsätze: Der junge Paul Nebel (rechts) am letzten Spieltag gegen Frankfurts Ajdin Hrustic.
Einer seiner wenigen Einsätze: Der junge Paul Nebel (rechts) am letzten Spieltag gegen Frankfurts Ajdin Hrustic. © IMAGO/Fotostand

Der FSV Mainz 05 ist nicht zufrieden mit Entwicklung von manch jungem Profi. Andere wie Jonathan Burkardt und Anton Stach starteten dagegen durch.

Fünf freie Wochen bis zum Trainingsauftakt am 21. Juni haben die Profis von Mainz 05 am Sonntag antreten dürfen. Währenddessen deutet sich an, dass nach Top-Verteidiger Jeremiah St. Juste (für zehn Millionen Euro zu Sporting Lissabon) auch der zweite Hochkaräter aus der so sattelfesten FSV-Abwehr verloren geht.

Moussa Niakathé dürfte für zweistellige Millionensumme wechseln

Sportvorstand Christian Heidel macht keinen Hehl daraus, dass Mainz 05 bei entsprechenden Angeboten für Kapitän Moussa Niakathé gesprächsbereit ist. Der Vertrag des Franzosen läuft in einem Jahr aus. Marktwert: rund 15 bis 20 Millionen Euro. Denn laut Heidel seien für einen Klub wie Mainz 05 „die Zeiten vorbei, Spieler für 25 oder 30 Millionen Euro zu verkaufen. Der Markt hat sich durch Corona verändert“.

Die Rheinhessen reagieren darauf mit entsprechender betriebswirtschaftlicher Vorsicht: „Was wir nicht machen werden: einen Spieler für sieben, acht neun, zehn Millionen Euro zu verpflichten.“ Grundsätzlich glaubt Heidel: „Mein Eindruck ist, dass wir in dem Teich, in dem wir fischen, vielleicht sogar handlungsfähiger sind als der eine oder andere Klub.“

Kilian bleibt weg, Burgzorg und Ingvartsen bleiben da

Derweil ist jetzt fix: Luca Kilian wechselt endgültig für zwei Millionen Euro zum 1. FC Köln. Die bisherigen Leihspieler Delano Burgzorg (von Heracles Almelo) und Marcus Ingvartsen (von Union Berlin) werden für zusammen etwas mehr als vier Millionen Euro fest verpflichtet. 

Mainz 05 will weiterhin regelmäßig Leute aus dem eigenen Nachwuchs ins Profiteam integrieren. „Wir sind da immer noch Vorreiter in der Bundesliga“, sagt Sportdirektor Martin Schmidt. Diese Saison war es besonders gut angelaufen, als die Nullfünfer coronabedingt auf etliche Stammkräfte verzichten mussten und so beim 1:0-Sieg gegen RB Leipzig gleich sieben (!) Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zur Bundesligastartelf gehörten. Allen voran den Toptalenten Niklas Tauer und Paul Nebel war zugetraut worden, einen großen Entwicklungsschritt zu machen. Das ist so dynamisch wie erhofft nicht eingetreten. Trainer Bo Svensson sagt es geradeheraus: „Mit den Jungs können wir nicht ganz zufrieden sein, es ist nicht optimal gelaufen.“

Der Däne weist aber auch drauf hin, dass einer wie der zuvor hochgelobte Paul Nebel auf globale Konkurrenz trifft und sich etwa gegen den südkoreanischen WM-Teilnehmer Jae-sung Lee durchsetzen muss. Svensson und die Verantwortlichen im sehr guten Mainzer Nachwuchsleistungszentrum wissen: „Man muss schon sehr viel richtig machen, um Bundesligaspieler zu entwickeln.“

Vorfreude auf Aymen Barkok

Laut Sportdirektor Schmidt werden die beiden Aufsteiger dieser Spielzeit, der im eigenen Talentschuppen entwickelte Stürmer Jonathan Burkardt und der im vergangenen Sommer aus Fürth verpflichtete Anton Stach, auch kommende Saison für Mainz 05 spielen, Gerade für Neu-Nationalspieler Stach, der laut Medienberichten von RB Leipzig umworben wird, sei eine weitere stabile Saison im Mainzer Mittelfeld wichtig: „Er war ja anfangs bei uns noch kein Stammspieler.“

Bo Svensson hegt zudem gute Hoffnung, den von Eintracht Frankfurt verpflichteten Aymen Barkok zu einem seriösen Bundesligaspieler zu entwickeln: „Ich habe mehrfach mit ihm gesprochen. Er hat enttäuschende Jahre bei der Eintracht gehabt. Er ist super talentiert. Wenn es mit seiner Karriere noch was werden soll, muss er richtig Gas geben. Es liegt an uns, es liegt aber auch sehr viel an ihm. Ich finde, dass wir uns mit ihm verstärken.“

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