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Jean-Philippe Mateta wurde bei Mainz 05 suspendiert.

Mainz 05

Mainz suspendiert Jean-Philippe Mateta

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Während Bundesligist FSV Mainz 05 das Testspiel gegen die Würzburger Kickers locker mit 6:0 gewinnt, muss Stürmer Jean-Philippe Mateta ein Straftraining absolvieren.

Will der Mainzer Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta seinen Abgang provozieren? Am Samstag beim 6:0-Sieg im überzeugenden Testspiel des Fußball-Bundesligisten gegen den Zweitliga-Aufsteiger Kickers Würzburg fehlte der Franzose im 05-Kader. Stattdessen konnten die 250 zugelassenen Zuschauer von der Gegentribüne des alten Bruchwegstadions aus beobachten, dass Mateta auf dem Trainingsplatz nebenan Steigerungsläufe absolvieren musste. Grund: Trainer Achim Beierlorzer hatte den 23-Jährigen suspendiert, weil dieser sich, so der Chefcoach, „innerhalb einer Woche drei Verfehlungen“ geleistet habe. Beierlorzer erwähnte Verspätungen und nicht wahrgenommene Termine. Der gelernte Studienrat will derartige Undiszipliniertheiten nicht mehr durchgehen lassen. „Die Summe der Verfehlungen war zu hoch, deshalb haben wir gesagt: Es gibt für ihn nur Läufe“, begründete Beierlorzer die ungewöhnliche Maßnahme.

Der Trainer will damit auch ein deutliches Zeichen nicht nur für den mitunter schwer erziehbaren Angreifer setzen, sondern auch eine Botschaft an den gesamten Kader senden. „Wir spielen in der höchsten deutschen Fußballliga und brauchen da eine hohe Disziplin“. Das konsequent einzufordern, sei im Übrigen auch der ausdrückliche Wunsch der Mannschaft.

Mateta, der 2018 für acht Millionen Euro von Olympique Lyon gekommen war und in seiner Mainzer Premierensaison verlässlich traf, steht (neben Kapitän Moussa Niakhaté) ohnehin ganz oben auf der Verkaufsliste. Er hatte seine Abwanderungsgelüste schon mehrfach betont, Sein Top-Marktwert von 22 Millionen Euro dürfte aufgrund einer nach langer Knieverletzung durchwachsenen Saison und der Corona-Krise jedoch schwerlich zu erwirtschaften sein. Die aktuellen Kapriolen tun ihr übriges.

In Abwesenheit von Mateta konnten die Offensivspieler Adam Szalai (zwei Tore), Robin Quaison und Jonathan Burkardt (je ein Treffer) gegen Würzburg ebenso überzeugen wie das erst 17-jährige Toptalent Paul Nebel. Am Mittwochnachmittag absolvieren die Mainzer einen echten Härtetest daheim gegen Aufsteiger VfB Stuttgart. Dann darf auch Jean-Philippe Mateta wieder mitspielen, vorausgesetzt, er erfüllt zwischenzeitlich die Anforderungen seines Trainers an Disziplin und Ernsthaftigkeit für den gut bezahlten Beruf.

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