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Der Mainzer Fans steht eine ungewisse Saison ins Haus.

Heftige Einbußen durch Corona

Mainz 05 rechnet mit 15 Millionen Euro weniger

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Dennoch ist beim Fußball-Bundesligist derzeit kein neuerlicher Gehaltsverzicht angedacht. In Krisenzeiten kommt den Rheinhessen ihre starke Talentförderung als Zukunftssicherung zugute.

Unangenehmer könnte eine Saison für Mainz 05 wohl kaum beginnen: Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag in Leipzig, vergangene Saison: 0:8, Rückspiel in Mainz: 0:5. „Beschämende Vorstellungen“, nennt Robin Zentner das Gebotene rückblickend. Der Torwart ergänzt, er habe das Gefühl, dass sie inzwischen „an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen. Ich hoffe, das sieht man auch in Leipzig“. Und er fügt hinzu: „Dadurch, dass wir wenige Spieler neu im Kader haben, die sich akklimatisieren müssen, müssten wir das eigentlich relativ schnell auf den Platz bekommen.“ Sportchef Rouven Schröder erwartet Mainzer Spieler, die „eklig in den Infight gehen“.

Kein anderer Bundesligist wurde in der Vorbereitung so arg vom Coronavirus befallen wie Mainz 05. Drei Profis sind deshalb nicht einsatzbereit in Leipzig, bei einem bleiben die Rachenabstriche seit nunmehr einem Monat positiv - ein für das Virus nicht ganz unbekanntes Phänomen, das zur anhaltenden Isolation des Patienten führt.

Ziel für die neue Saison ist es laut Trainer Achim Beierlorzer, besser abzuschneiden als mit Platz 13 in der vergangenen Saison mit 37 Punkten. Zudem wollen die Rheinhessen ihrer Linie treu bleiben und weiter junge Spieler einbauen. Zuletzt beim 5:1 im DFB-Pokal spielten nicht weniger als sechs (!) Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mit. Eine beachtliche Quote.

Gerade in Zeiten von Corona ist das nicht unbedeutend. Mainz 05 rechnet für die Spielzeit 2020/21 mit Einnahmeausfällen von 15 Millionen Euro. Lediglich ein Minus von vier Millionen war in der vergangenen Saison, insbesondere durch die vier Heimspiele ohne Zuschauer und die reduzierten TV-Gelder, zu verbuchen. Durch Gehaltsverzicht, Kurzarbeit und weitere Einsparungen konnte der Klub diesen Rückgang kompensieren. Klassischer Fall von: mit blauem Auge davongekommen. Ein weiterer Gehaltsverzicht von Führungspersonal und Profis ist derzeit nicht geplant, „wir schließen aber solche Überlegungen in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Pandemie nicht aus“, heißt es auf FR-Anfrage.

Einen guten Teil der erwarteten Mindereinnahmen hofft der Bundesligist durch Spielerverkäufe wettmachen zu können, die in diesem Jahr bis zum 5. Oktober möglich sind. Sportvorstand Schröder: „Der Markt ist jetzt richtig im Gange. Vielleicht kommt noch ein Angebot rein, von dem wir sagen: ,Das müssen wir annehmen.“

Gerade erst standen die Nullfünfer kurz davor, Stürmer Robin Quaison zu verkaufen, wie der Sportchef im neuen Klub-Podcast bestätigte und hinzufügte. „Und wenn Jean-Philippe Mateta gegen Havelse drei Tore im Pokal schießt, werden die Engländer schon ganz wuschig.“ Schröder sprach von Spielerverkäufen als „wichtige Säule, die unseren Verein ernährt“, räumte aber auch ein: Die Preise seien „deutlich nach unten gegangen. Es hat sich komplett reduziert“. Keine einfache Situation für einen Verein, der von Transfereinnahmen noch mehr lebt als die allermeisten Konkurrenten.

Die aktuelle Saison, heißt es aus Mainz, sei „unter wirtschaftlichen Aspekten noch herausfordernder als die vergangene“. Auch mittelfristig müsse weiter gespart werden, da die Medienerlöse der DFL durch den neuen, von 2021 bis 2025 geltenden TV-Vertrag um mehr als 20 Prozent zurückgingen, so dass die Umsätze auch in den kommenden Jahren weiter sinken würden. Gut aus Mainzer Sicht, dass sie mit ihrer vorbildlichen Talentförderung vorgebaut haben.

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