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Torschütze Silvan Widmer (links) jubelt mit Mannschaftskollegen Anton Stach über sein Tor zum 1:1.
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Torschütze Silvan Widmer (links) jubelt mit Mannschaftskollegen Anton Stach über sein Tor zum 1:1.

Fußball-Bundesliga

Mainz 05: Ein 1:1 der Extraklasse gegen Borussia Mönchengladbach

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Mainz 05 macht sich und seine Fans froh - nur Torwart Robin Zentner hadert mit sich. Silvan Widmer überwindet Landsmann Yann Sommer per Geniestreich mit links.

Die Fans von Mainz 05 feierten das 1:1 noch tief bis in den Samstagmorgen hinein. Dass ein Unentschieden daheim gegen eine alles andere als optimal in die Bundesligasaison gestartete Mönchengladbacher Borussia derart enthemmt bejubelt wird, ist sicher keine übliche Reaktion. Aber an diesem Freitagabend war sie nur logisch. Denn Mainz 05 hatte eines seiner besten Bundesligaspiele der Klubhistorie abgeliefert. Auch die Fans der Gäste feierten wie verrückt und flanierten am sonnigen Morgen danach glücklich durch die Mainzer Innenstadt. Sie waren ja Zeuge gewesen, mit wie viel Dusel und einem überragenden Torwart Yann Sommer sie den Zähler errungen hatten. „Ja“, sagte Gladbach-Trainer Adi Hütter hinterher denn auch ziemlich ausgelaugt, „wir können mit dem Punkt sehr gut leben.“

Bo Svensson und der Mut

Wenn die Arena draußen am Europakreisel nicht durch die Corona-Pandemie ohnehin monatelang leer gewesen wäre – Mainz 05 hätte sie bis Dezember 2020 leergespielt. Seitdem ist Bo Svensson als Chefcoach da, und seitdem spielt da unten auf dem Platz eine Mannschaft, die meist besseres abliefert, als die Summe ihre Einzelteile es vermuten ließe. Am Freitagabend gelang sicher nicht alles, aber zu Lauf- und Zweikampfintensität mischte sich erstaunliche spielerische Klasse und ein bedingungsloser Mut, der selbst dem sicher niemals mutlosen Trainer phasenweise zu viel war – derart ungesichert warfen seine Spieler alles nach vorn. Die Gladbacher wussten oft gar nicht, wo ihnen der Kopf stand in dem wilden Spiel.

25 000 Leute waren gekommen, 5000 mit den Mönchengladbacher Farben bestimmt – und alle waren hinterher ziemlich zufrieden. So könnte es klappen, dass Mainz 05 die Bude wieder annähernd voll bekommt. Zum nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Köln ist Vollauslastung erlaubt, aber dass an einem Sonntagnachmittag 33 000 erscheinen, dürfte dennoch eher unwahrscheinlich werden.

Florian Neuhaus staubt ab

Auf Mainzer Seite gab es nur einen Mann, der noch das ganze Wochenende mit sich haderte. Torwart Robin Zentner verkroch sich nicht vor den Medien – trotz seines Fehlers vorm 0:1, als er noch vor der Pause einen 25-Meter-Schuss nicht festhalten konnte und so der früh eingewechselte Nationalspieler Florian Neuhaus zum abstauben einlud. „Mein Ding, den muss ich festhalten, nervt mich extrem“, sagte der Kapitän gerade heraus – und lobte dann umso mehr seine Vorderleute: „Sehr, sehr gute Leistung von uns, so gut, dass es zwangsläufig zum Ausgleich kommen musste.“

Silvan Widmer trifft toll

Dieser Ausgleich in der 77. Minute rundete die Mainzer Leistung nach oben ab. Denn Rechtsverteidiger Silvan Widmer traf mit seinem viel schwächeren linken Fuß mit einem wunderschön angeschnittenen Schuss genau in den Winkel. Da konnte selbst Landsmann und Teufelskerl Sommer nichts mehr ausrichten. Die 05-Fans hinter seinem Tor rasteten vor Freude aus.

Hinterher tauschten die beiden gut bekannten eidgenössischen Nationalspieler Sommer und Widmer in den Katakomben ihre Trikots. Sommer ließ durchblicken, dass er Kumpel Widmer für einen wirklich guten Fußballer hält, aber einen solchen Geniestreich mit links hatte er dann doch nicht erwartet. Widmer selbst berichtete, er habe solche Situationen, schräg rechts vorm Tor, den Ball auf dem falschen Fuß, regelmäßig trainiert. So kam es, dass sein erster Treffer in der Bundesliga zum „bisher schönsten meiner Karriere“ wurde. „Das war natürlich cool. Ich wollte das so, aber es klappt nicht immer.“ An diesem Abend war es die kunstvolle Veredelung harter Arbeit.

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