1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Mainz 05 - die Jäger vom Bruchweg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Mit Schwung ins neue Spieljahr: Mainzer Profis um Danny da Costa beim Aufgalopp.
Mit Schwung ins neue Spieljahr: Mainzer Profis um Danny da Costa beim Aufgalopp. © IMAGO/Eibner

Der Bundesliga-Check, Teil 1: FSV Mainz 05 Zittern müssen die gut gewachsenen Rheinhessen nicht, aber Europa wird wahrscheinlich ziemlich schwer.

Seit Christian Heidel, Martin Schmidt und Bo Svensson Mainz 05 regieren, ist Ruhe und Zuversicht eingekehrt. Die drei Alt-Mainzer haben nach ihrer Rückkehr zu Weihnachten 2020 eine Herkulesaufgabe vollbracht. Aber wahr ist auch: Der sehr respektable achte Platz vergangene Saison nach dem sensationellen Klassenerhalt im Vorjahr hat in Biontech-City zwar Freude, aber gewiss keine Fußballhysterie ausbrechen lassen. Andere Standorte sind traditionell begeisterungsfähiger. Das macht die Arbeit des Trios umso respektabler.

Wie stark ist der Kader?

Sollten A-Nationalspieler Anton Stach und U21-Kapitän Jonny Burkardt bleiben, wovon derzeit auszugehen ist, würde Svensson selbst dann eine gewachsene Personalstruktur auf sehr ordentlichem Niveau beisammen haben, wenn Kapitän Moussa Niakathé wie erwartet den Verein verlassen würde. Heidel erwartet eine zweistellige Ablöse. Mit Danny da Costa glauben die Nullfünfer, von Eintracht Frankfurt einen Mann geholt zu haben, der zumindest als Führungskraft Niakathé ersetzen kann. In ihrer Vorfreude auf Defensivallrounder Anthony Caci, aus Straßburg verpflichtet, kriegen sich Heidel, Schmitt und Svensson kaum ein. Auch die Nachwuchsleute Nelson Weiper und Philipp Schultz, beide gerade 17. versprechen viel.

Worauf steht der Trainer?

Svensson ist wie Lehrmeister Thomas Tuchel, genauso klar und mitunter ungnädig, manchmal schlechtgelaunt und manchmal gutgelaunt, und sicher mit mehr Empathie im Umgang mit den Spielern. Der Däne kommt überall gut an, außer bei den Schiedsrichtern. Er wird dafür sorgen, dass Mainz 05 auch in der kommenden Saison zumindest vor heimischen Publikum die Gegner jagen will. Wer das nicht mitmacht, hat bei Svensson keine Chance.

Wo hapert es noch?

Auswärts waren die heimstarken Mainzer meist unterwegs wie ein Kaninchen vor der Schlange. Die Intensität, die sie brauchen, um Fußballspiele zu gewinnen, fehlte in der Fremde allzu oft. Das haben sie natürlich längst erkannt, bisher aber nicht abstellen können, und das hat am Ende die Qualifikation für Europa gekostet. Vielleicht ganz gut so, wäre wohl noch zu früh gewesen.

Wer sticht heraus?

Die Mannschaft ist der Star. Und doch: Anton Stach hat als Zugang aus der zweiten Liga eine beeindruckende Saison im Mittelfeld gespielt. Stefan Bell hat Abwehrleistungen gezeigt, die ihm nach langer Knöchelverletzung viele nicht mehr zugetraut hatten, Angreifer Jonathan Burkardt hat sich zu einem Topstürmer der Bundesliga entwickelt. Und der Ex-Frankfurter Dominik Kohr passt mit seiner Hingabe und Zweikampfstärkeperfekt zu Mainz 05.

Was ist drin?

Svensson ist ehrgeizig genug, sich mindestens heimlich Europa als Ziel zu setzen. Viel wichtiger ist ihm aber die Entwicklung der Mannschaft als solche. Bisher hat er das mit wenigen Abstrichen super hingekriegt. Aber in Mainz sind sie auch realistisch genug, jedes Jahr den Klassenerhalt als erstes großes Saisonziel zu formulieren. Das ist dank der inneren Sicherheit einer gefestigten Mannschaft auf alle Fälle ohne Zitter-Perspektive drin. Um in den Kampf um europäische Plätze eingreifen zu können, müsste schon sehr viel zusammenpassen.

Die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen finden Sie unter: fr.de/tipptabelle

Tipptabelle Mainz 05
Tipptabelle Mainz 05 © FR

Auch interessant

Kommentare