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Es ist geschafft: Dominik Kohr (rechts) gratuliert dem Torschützen Moussa Niakhate.
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Es ist geschafft: Dominik Kohr (rechts) gratuliert dem Torschützen Moussa Niakhate.

Fußball-Bundesliga

Mainz 05 bolzt sich ins Glück

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Kick and Rush in Reinkultur und Lufthoheit gegen Union Berlin führen zum 1:0-Sieg von Mainz 05.

Es gehört zu den Skurrilitäten einer guten Idee, dass auf den Sondertrikots des FSV Mainz 05 beim 1:0-Sieg am Samstag gegen Union Berlin auch Namen zu finden sind, die an der unangenehmen Situation im Tabellentiefparterre einige Verantwortung tragen. Weil die Ex-Trainer Achim Beierlorzer und Jan-Moritz Lichte sowie der vormalige Sportchef Rouven Schröder in der Corona-Krise auf Gehalt verzichtet hatten, wurden auch sie auf der Rückseite der Fastnachtstrikots verewigt. Als Dank für ihren positiven Beitrag, der durch die eine oder andere Lohnfortzahlung nach Beurlaubung schnell negativ überkompensiert worden sein dürfte.

Mit der Überkompensation der trostlosen Vorrunde (nur ein Sieg) hat es inzwischen schon mal geklappt. Unter dem neuen, bisher einen guten Job erledigenden Trainer Bo Svensson ist gegen Union Berlin bereits der zweite Sieg der Rückrunde eingefahren worden – dank konsequentem Kick and Rush auf einem schwer bespielbaren Platz und einem Strafstoßtor des Franzosen Moussa Niakathé. Nette Begleiterscheinung: Niakathés Elfmeter war der 30. verwandelte Mainzer Strafstoß in Folge. Bundesligarekord. „Gut, dass ich das nicht gewusst habe, das hätte den Druck erhöht“, kommentierte der Schütze hinterher breit lächelnd.

Eng wurde es zum Ende hin dennoch. Obwohl die Gäste nach der berechtigten Gelb-Roten Karte gegen Verteidiger Nico Schlotterbeck dezimiert waren, wurde deren Druck immer größer. „Von 40 langen Bällen in der Schlussphase haben wir 38 gut verteidigt“, lobte sich 05-Abwehrchef Stefan Bell zurecht auch ein bisschen selbst. Die beiden Pässe, die durchrutschten, wurden eine Beute des zuverlässigen Torwarts Robin Zentner. „Wir sind ja keine selbstbewussten Monster“, erklärte Sportchef Martin Schmidt die nervöse Schlussphase.

So wurde es dann ein „kleiner, großer Schritt“ nach vorn, wie der erstmals seit einem knappen Jahr wieder in der Startelf nominierte Adam Szalai klug formulierte. Ohnehin sind sie in Mainz realistisch genug, allenfalls den Relegationsplatz noch als realistisches Ziel auszurufen. Mit einem Arbeitsethos wie gegen Union ist das nicht komplett aussichtslos.

Wahlkommission wehrt sich

„Wir versuchen jeden Tag auf die Mannschaft einzuprügeln, sich zu opfern“, sagt Bo Svensson - und handelt auch entsprechend. Dem zu notorischem Phlegma neigenden Mittelfeldspieler Edimilson Fernandes wurde das verdeutlicht, indem der Schweizer komplett aus dem Spieltagskader flog. „Es geht darum, Spieler dabei zu haben, die jeden Tag alles geben. Eddi hat das im Training nicht gemacht. Der Verein braucht eine klare Linie, die er knallhart durchziehen muss“, begründete Trainer Svensson. Das ist kein ganz schlechter Weg, von dem man in Mainz zuvor zu weit abgekommen war.

In der Rückrundentabelle gehören die Rheinhessen nun zum gehobenen Mittelfeld, allerdings stehen nun zwei schwer überwindbare Auswärtshürden in Leverkusen und Mönchengladbach im Weg, Svensson tut deshalb gut daran, seine erkennbar Freude über die Trippelschritte mit zuverlässig vorgetragener Nüchternheit zu mischen.

Dass ihm die Unruhe im Klub nicht behagt, hat der Däne bereits zu verstehen gegeben. Inzwischen meldete sich die vielfach kritisierte und inzwischen entmachtete Wahlkommission in einer Mitteilung auf der Vereinshomepage zu Wort und rügte: „Nicht akzeptieren können wir Diffamierungen von Mitgliedern der Wahlkommission, die bis hin zu persönlichen Beleidigungen gehen. Dieser Umgang mit einem Vereinsgremium schädigt das Ansehen des gesamten Vereins.“

Immerhin haben die oft gescholtenen Fußballspieler mal wieder etwas fürs Ansehen des Vereins getan.

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