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Mainz 05: Blick nach unten

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Von: Jan Christian Müller

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Erzielte sein erstes Saisontor: Jonathan Burkardt.
Erzielte sein erstes Saisontor: Jonathan Burkardt. © afp

Mainz ist mit dem Spiel gegen die Eintracht zufrieden, nicht aber mit der bisherigen Saison.

Das nationale Fußballjahr ist ja nun schon vorbei. Deshalb war die Erleichterung beim FSV Mainz 05 umso größer. Denn vor der 73 Tage langen Pause wäre es äußerst unangenehm gewesen, wenn gegen Eintracht Frankfurt auch das vierte Spiel in Folge mit einer Niederlage zu Ende gegangen wäre. „Das wollten wir unbedingt verhindern“, sagte Sportdirektor Martin Schmidt, und die Erleichterung war dem Schweizer unter seinem Käppi anzusehen. Insofern sei der Punkt „wichtiger für die Gefühlslage“ als für den Tabellenstand gewesen.

Da findet sich Mainz 05 im Mittelfeld wieder, zwischendurch, nach einem 5:0 gegen den 1. FC Köln, hatte es mal zarte Träume gegeben, dass am Ende sogar ein Platz an der Sonne Europas anvisiert werden könnte. Am Sonntag rückte Martin Schmidt alles wieder zurecht. „Mainz 05 muss immer nach hinten gucken.“ Der Blick ans Tabellenende also. Fünf Zähler trennen die Rheinhessen vom VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Das sind so viele nicht nach einer mittelmäßigen Vorrunde.

Gegen die Eintracht machten die Mainzer ihre Sache gut, viel besser jedenfalls als unter der Woche bei der indiskutablen Vorstellung auf Schalke. Diesmal attackierten alle Spieler ihre Frankfurter Kontrahenten aggressiv, die Strategie, vor allem auf lange Bälle und Durchsetzungsvermögen im Kopfballspiel zu setzen, funktionierte. Das 1:0 durch Jonathan Burkardt war verdient. Für den Stürmer war es der erste Treffer in dieser aus seiner Sicht bisher alles andere als glücklich verlaufenen Saison.

In die Winterpause verabschiedete sich der 22-Jährige mit einem Verband ums linke Knie. Deshalb war er in der Schlussphase ausgewechselt worden. Untersuchungen folgen. Mit einem Anruf von Hansi Flick hatte der ehemalige Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft ohnehin nicht mehr gerechnet. „Ich wusste, dass meine Vorrunde nicht reicht, um mit zu WM zu fahren.“ Stürmer Burkardt ist ein realistischer und selbstkritischer junger Mann.

Und doch hätte es für Mainz 05 mit ein wenig Glück auch zu mehr reichen können, zumindest zu einem zwischenzeitlichen 2:0-Vorsprung. Aber Silvan Widmer mit rechts und Leandro Barreiro mit links vergaben kurz nach der Pause aussichtsreich. Die Nullfünfer waren hinterher aber auch ehrlich genug zuzugeben, dass die Eintracht ein paar Hochkaräter hatte, die nicht zu Toren führten.

„Einmal schläfrig“

Einer fiel dann aber doch nach Art des Hauses Eintracht Frankfurt. „Wir waren einmal zu schläfrig“, monierte Barreiro, der eine starke Partie bot. Der individuelle Klasse von Mario Götze und Randal Kolo Muani hatten die Rheinhessen in der 67. Minute nichts entgegenzusetzen. Zu schnell agierten die beiden Frankfurter Klassespieler vor dem verdienten 1:1.

05-Trainer Bo Svensson sprach hinterher davon, die erste Hälfte sei eine der besten gewesen, die seine Mannschaft in dieser Saison präsentiert habe. Insgesamt aber hadert der Däne sichtbar damit, „dass zu viele Leistungsschwankungen mit drin waren“. Da hat er zweifellos recht. Es wäre keine Überraschung, sollte Mainz 05 in der Winterpause im Abwehrbereich noch einmal personell nachlegen. Zumal noch niemand weiß, ob der an einem Erschöpfungssyndrom leidende Innenverteidiger Maxim Leitsch im Januar wieder zur Verfügung steht.

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