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In die Knie gegangen: Der Mainzer Alexander Hack nach dem Schlusspfiff gegen Werder Bremen.
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In die Knie gegangen: Der Mainzer Alexander Hack nach dem Schlusspfiff gegen Werder Bremen.

Niederlage gegen Bremen

Am Tiefpunkt

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der FSV Mainz 05 verliert mit einer verzagten Defensivstrategie ohne Mumm gegen den SV Werder Bremen.

Damals, in einer längst vergangenen Zeit, war der FSV Mainz 05 berühmt fürs Bälle jagen. Die Gegner wurden regelmäßig perfekt abgestimmt unter Dauerdruck gesetzt, so lange, bis sie nicht mehr konnten. Klopp-Fußball, Tuchel-Fußball, Martin-Schmidt-Fußball, sie alle taugten absolut zur Patentreife. In der Stadt war man stolz auf den Klub, ganz so, wie jetzt auf sein Vorzeigelabor für Covid-19-Impfstoff, Biontech.

Mainz 05 im Dezember 2020 präsentiert sich als Verzwergung all dessen, wofür dieser Verein einmal stand. Das 0:1 gegen Werder Bremen machte das zum wiederholten Mal deutlich. Eine verzagte, verunsicherte und taktisch feige eingestellte Mannschaft kassierte gegen einen stark ersatzgeschwächten und doch mutigeren Gegner eine völlig verdiente, wiewohl erst in der 90. Minute fixierte Niederlage.

In der fünfminütigen Nachspielzeit trauten sich die Nullfünfer dann erstmals ein wenig geschlossener nach vorn. Zu spät und zu planlos. Bis dahin hatte es kaum einmal einen Ballgewinn jenseits der Mittellinie gegeben.

Düstere Analyse

Sportchef Rouven Schröder zog ein ebenso ehrliches wie vernichtendes Fazit: „Das war deutlich zu wenig. Das können wir so nicht stehenlassen. Wer nacheinander gegen Bielefeld, Köln und Werder verliert, muss sich nichts vormachen. In der Form wird es in der Bundesliga schwer.“ Das Gefühl, „unbedingt gewinnen zu wollen“, habe sich in der zweiten Halbzeit „verflüchtigt“. Wumms!

Abwehrrecke Alexander Hack, noch bester Mainzer Mann, verbalisierte die Bankrotterklärung konkret: „Man hat das Gefühl, dass nicht jeder weiß, worum es geht.“ Offensivmann Robin Quaison, einer der vielen Enttäuschungen dieser Spielzeit, ergänzte: „Wir können so nicht weitermachen.“ Das allerdings ist mit einer einzigen überzeugenden Ausnahme beim 3:1-Sieg in Freiburg (dem einzigen Bundesligaerfolg dieser Spielzeit) schon seit Monaten sichtbar.

Der vormalige Co-Trainer Jan-Moritz Lichte hat es nicht geschafft, diese komplizierte Mannschaft zu emotionalisieren. Sein Idee vom Umschaltfußball aus einer tiefen Organisation heraus ist gescheitert. Das einzig Gute: Mainz 05 kann mit seinen erbärmlichen Darbietungen keine Fans aus dem Stadion spielen, weil keine reindürfen. Und noch etwas könnte Hoffnung geben in dieser trostlosen Zeit: Schalke 04 ist noch schlechter und Arminia Bielefeld immerhin noch in Schlagdistanz auf einem Relegationsplatz.

Am Mittwochabend erwartet Mainz Zweitligaspitzenteam VfL Bochum im DFB-Pokal. Die bisher verkorkste Saison 2020/21 ist in diesem Kalenderjahr nicht mehr zu retten, aber ein Pokalsieg wäre zumindest ein winziger Stimmungsaufheller. Und wer könnte als Trainer Zuversicht verbreiten? Bo Svensson, der einstige 05-Stopper und Ex-05-Nachwuchstrainer, jetzt Trainer des österreichischen Zweitligisten FC Liefering? Jan Siewert, der eigene Junioren-Cheftrainer, vorher bei Huddersfield in der Premier League und dort abgestiegen? Martin Schmidt, zum Ende in Mainz nicht mehr der beste Freund von Schröder? Friedhelm Funkel?

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