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Mainz 05: 100 Prozent Vorfreude

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Von: Jan Christian Müller

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Hat die Qual der Wahl beim Personal: Bo Svensson.
Hat die Qual der Wahl beim Personal: Bo Svensson. © dpa

Mainz 05 fiebert dem Duell beim Rekordmeister entgegen, muss aber auch einen unschönen Polizeieinsatz in der Kurve aufarbeiten

Vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Primus Bayern München hat der erstaunlich gut in die Saison geratene FSV Mainz 05 die Winterplanungen vorangetrieben. Das ist notwendig, weil der Bundesligafußball wegen der Weltmeisterschaft in Katar ganze zwei Monate lang ruht. Die Mainzer düsen deshalb zweimal in Trainingslager nach Spanien: Vom 5. bis 12. Dezember geht es ins Trainingszentrum Ciutat Esportiva Antonio Asensio von Real Mallorca und vom 4. bis 11. Januar an die Costa del Sol ins Marbella Football Center. Schöne Aussichten für die Daheimgebliebenen.

Weniger schön ging es beim mit 5:0 siegreichen Heimspiel am vergangenen Freitag gegen den 1. FC Köln auf der Stehplatztribüne der Mainzer Arena zu. Es gab einen Polizeieinsatz unter Zuhilfenahme von Pfefferspray. Auch etwa 15 völlig unbeteiligte Personen litten darunter und mussten von Sanitätern behandelt werden. Die Nullfünfer haben die Geschehnisse sehr dezidiert aufgearbeitet und die Abläufe veröffentlicht. Gute Arbeit! Die Quintessenz: Es gab zwei Schlägereien, der Ordnungsdienst schritt ein, ein Ordner geriet in Scharmützel, die Polizei rückte an und sah sich einer aggressiven Reaktion von Fans ausgesetzt. Eine Mülltonne, Absperrgitter und ein Pylon wurden Richtung Polizei geworfen, die daraufhin Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzte. Mainz 05 befand im Rückblick den Einsatz der Polizei als unnötig. „Der Einsatz wirkte nicht deeskalierend, sondern generierte einen eigenen, neuen Konflikt.“ Aber auch gewalttätiges Verhalten einiger Fans sei „nicht tolerabel“ und würde gegebenenfalls mit Stadionverboten sanktioniert.

Svenssons Missfallen

Trainer Bo Svensson fand am Donnerstag bei der Pressekonferenz vorm Bayern-Spiel deutliche Worte des Missfallens über solche Vorkommnisse: „Dass so etwas passiert, kenne ich nicht in Mainz“, das sei weit weg von dem, wie er den Verein erleben möchte.

Die Vorfreude aufs Spiel in der Münchner Arena sei gleichwohl riesig. „Die ist nicht nur bei 99 Prozent, die ist bei 100 Prozent“, so der Däne. Mehr geht natürlich nicht. „Gegen die Bayern zu spielen, eine der besten Mannschaften der Welt, ist ein Privileg.“ Seine Mannschaft müsse ihre Stärken „in allen Facetten auf höchstem Niveau umsetzen“, um den formstarken Münchnern Paroli bieten zu können.

Dabei hat Svensson auf einigen Positionen die Qual der Wahl. Im Angriff ist der zu Saisonbeginn noch als potenzieller Nationalspieler gehandelte Jonathan Burkardt nach Verletzungen und Erkrankungen gerade keine Stammkraft mehr. Marcus Ingvartsen und Karim Onisiwo sind ein Stück voraus. Ähnlich verhält es sich in der Abwehr, wo Routinier Stefan Bell in ähnliche Position gerutscht ist wie Burkardt vorne. Alexander Hack, Edimilson Fernandes und Anthony Caci haben sich in den letzten drei Spielen ohne Gegentor keine Blöße gegeben. Aber gegen den Ex-Mainzer Eric Maxim Choupo-Moting könnte der physisch starke Bell wiederum die beste Lösung in einer tiefstehenden Defensive sein. Svensson entscheidet.

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