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Machtkampf im DFB-Vorstand: Entfremdet von der Basis

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Nie waren DFB-Vorstände weiter von Amateurvereinen entfernt als jetzt in der Corona-Pandemie. Gerade jetzt wirken die Mauscheleien fast unerträglich. Ein Kommentar.

Es ist ja nicht so, dass die Topfunktionäre im Deutschen Fußball-Bund (DFB) komplett den Bezug zur Basis verloren haben. Rainer Koch, der lange mächtigste und neuerdings auch umstrittenste Mann im größten Einzelsportverband der Welt, pflegt sein Facebook-Profil sehr regelmäßig. Mitunter antwortet der Jurist auf Einlassungen unmittelbar. Der 62-Jährige müsste also wissen, was viele der mehr als sieben Millionen Mitglieder am meisten beschäftigt.

Während oben ein unwürdiges Geschacher um ungeklärte Machtfragen und die mediale Deutungshoheit tobt, gibt es unten ganz andere Sorgen. Ehrenamtliche Übungsleiter:innen, Trainer:innen, Betreuende und Vereinsvorstände fühlen sich oft isoliert: Sie haben durch die bundesweite Corona-Notbremse riesige Probleme, den Betrieb nicht wieder zusammenbrechen zu lassen. Jetzt dürfen maximal fünf Kinder zusammen kicken. Jugendliche über 14 Jahre und Erwachsene gar nicht.

Ohne Trainings- und Spielbetrieb kein Vereinsleben, ohne Vereinsleben keine Einnahmen. Während die Profis seit mehr als einem Jahr alle Spiele und Wettbewerbe austragen, steht bei den Amateuren immer noch vieles still. Das zermürbt und das gefährdet die Motivation vieler Ehrenamtlicher. Obwohl von Freiluftsportarten nach Studien der Gesellschaft für Aerosolforschung keine Ansteckungsgefahr ausgeht, wird der Fußball immer noch als Gefahrenquelle gebrandmarkt.

Was es für eine Öffnungsperspektive bräuchte, wäre ein starker und geschlossener Verband, der sich als Vertreter von fast 25 000 Vereinen öffentlich klar positionieren könnte. Der seine Verbindungen in die Politik spielen lassen könnte, der seine Rolle in der Gesellschaft erfüllen müsste, um sich als Anwalt des Breitensports zu betätigen. Aber außer ein paar Lippenbekenntnissen und den immer gleichen Verlautbarungen („Fußball ist Teil der Lösung“) kommt da gerade nicht viel.

Nie waren der Vereinsvorstand der TG Sachsenhausen 04 und die DFB-Vorstände weiter voneinander entfernt als jetzt in der Pandemie. Die auf vielen Ebenen erzwungene Distanz, zum Schutz der Gesundheit unerlässlich, hat den Topfunktionären nicht das Recht erteilt, sich derart zu entfremden. Die Eifersüchteleien und Egotrips, die Machtspiele und Mauscheleien wirken gerade jetzt, wo Solidarität gefragt wäre, fast unerträglich. Wenn die Basis könnte, müsste sie spätestens jetzt ihrer Spitze die Rote Karte zeigen. Und lange sperren.

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